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GTÜ: Die Monopole sollen fallen

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Staatssekretär Michael Odenwald hat sich auf dem GTÜ-Bundeskongress dafür ausgesprochen, den Paragrafen, der die Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge regelt, weiter zu öffnen.

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Rainer de Biasi blickte stolz auf 25 Jahre Entwicklung der GTÜ zurück.
Rainer de Biasi blickte stolz auf 25 Jahre Entwicklung der GTÜ zurück.
(Foto: Wenz)

Ein klares Statement für die weitere Liberalisierung des § 21 StVZO hat Michael Odenwald, Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur, während des 12. Bundeskongresses der GTÜ in Rust abgegeben. Der Staatsdiener verkündete, sein Ministerium werde sich dafür engagieren, dass der § 21 weiter geöffnet werde. In diesem Zusammenhang setze sich sein Ministerium dafür ein, dass die Anforderungen an den technischen Dienst und an die technische Prüfstelle angeglichen werden. Damit ist klar: Die Monopole der TÜVs bröckeln weiter.

Auch zum Thema „Trennen von Prüfen und Reparieren“ vertrat Odenwald eine klare Meinung: „Ein Großteil des europäischen Auslands beneidet uns um unser duales System in der Hauptuntersuchung. Das BMVI wird alles dafür tun, dass es bei diesem System bleibt.“

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Der Staatssekretär ging außerdem auf den Abgasskandal bei VW ein. Es sei unglaublich, was da alles passiert sei. Gleichzeitig unterstrich er, dass es sich um Einzelsachverhalte gehandelt habe. „Wir dürfen nun nicht die gesamte Branche unter Generalverdacht stellen. Unser Ministerium setzt sich dafür ein, dass genau dies nicht passiert.“

GTÜ wächst, Weller auch

Rainer de Biasi, Geschäftsführer der GTÜ, zeigte während des Bundeskongresses, wie sich die Prüforganisation in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Über 4,7 Millionen Hauptuntersuchungen im Namen der GTÜ erwartet der Geschäftsführer in diesem Jahr. Damit erreiche die Organisation einen Marktanteil von knapp 16 Prozent. De Biasi sieht durchaus noch Potenzial für weiteres Wachstum. Den Erfolg seines Unternehmens schreibt er hauptsächlich den über 2.100 Prüfingenieuren und deren Flexibilität und hoher Kundenorientierung zu. Zudem kündigte de Biasi an, dass die GTÜ eine einheitliche Schadensgutachtenstruktur aufbauen werde.

Einen interessanten Einblick in sein Unternehmen und den Automobilvertrieb der Zukunft gewährte Burkhard Weller. Der Automobilunternehmer unterhält derzeit 35 Standorte, vier sind allein in diesem Jahr dazugekommen. Weller prognostizierte, die Konsolidierung im deutschen Automobilhandel werde fortschreiten. Im Endstadium dieser Entwicklung werde es nur noch etwa 2.000 bis 2.500 Unternehmer geben.

Interessant waren auch seine Ausführungen zum Thema Nachwuchs. Weller spricht für jedes neugeborene Kind seiner Mitarbeiter eine Ausbildungsgarantie aus – egal, wie sich das Kind entwickelt. Einzige Bedingung: Vater oder Mutter müssen mindestens fünf Jahre im Unternehmen sein. Darüber hinaus zieht der Unternehmer auch Nachwuchskräfte aus dem wachsenden Anteil der Migranten. Sein Chancenkonzept sieht vor, dass etwa zehn Prozent seiner Azubis einen Migrationshintergrund haben sollen. Doch das allein reicht nicht, um eine Chance bei Weller zu erhalten. Zusätzlich darf der Jugendliche keinen Schulabschluss haben und er soll nur über mangelnde Deutschkenntnisse verfügen. Auch mit dem Gesetz darf der Jugendliche schon einmal in Konflikt geraten sein. „Das ist allerdings keine Einstellungsbedingung“, stellte Weller klar.

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