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GTÜ will Leistungsangebot kräftig ausbauen

Autor: Jan Rosenow

Auf den Wandel in den Mobilitätsformen und im Kfz-Gewerbe reagiert die GTÜ ihrerseits mit Veränderung. Auf dem Bundeskongress stellten die Geschäftsführer Michael Bröning und Robert Köstler die Pläne für die Sachverständigenorganisation vor.

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Die GTÜ rief ihre Partner zum 13. Mal zum Bundeskongress – diesmal nach Frankfurt/Main.
Die GTÜ rief ihre Partner zum 13. Mal zum Bundeskongress – diesmal nach Frankfurt/Main.
(Bild: Jan Rosenow/»kfz-bertrieb«)

Die GTÜ will sich zur vollwertigen Sachverständigenorganisation weiterentwickeln und neue Umsatzsegmente erschließen. Auf dem Bundeskongress am 7. Oktober in Frankfurt/Main stellten die Geschäftsführer Michael Bröning und Robert Köstler die Pläne vor, mit denen sie auf den Wandel in der Kfz-Branche reagieren. „Heute kommen noch 98 Prozent unserer Umsätze aus der hoheitlichen Tätigkeit“, erklärte Michael Bröning. „Wir wollen deshalb auch als Sachverständigenorganisation wachsen.“ Im Einzelnen soll die GTÜ zukünftig Leistungen für die Kfz-Branche zu folgenden Themen anbieten:

  • Arbeitssicherheit
  • Umfallschadenmanagement und Recht
  • Arbeitsprozesse
  • Aus- und Weiterbildung
  • Betriebssicherheit
  • Beratung
  • Managementsysteme
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Aus den Megatrends in der Mobilität – der Urbanisierung, dem autonomen Fahren und der Elektrifizierung – sowie der demografischen Entwicklung in Deutschland leitet die GTÜ ab, dass die Fahrleistungen der Autos in Zukunft zurückgehen und die Zahl der Einzelkunden sinken wird. Michael Bröning: „Ein Sharing-Auto kann bis zu zehn Einzelkunden ersetzen.“ Darin liegt das Problem, denn derzeit ist die GTÜ vor allem im Einzelkundengeschäft stark und prüft in vielen kleinen Kfz-Betrieben.

Nun nehmen die Stuttgarter auch Autohausgruppen und andere Großkunden ins Visier. Ein Key-Account-Management soll ab 2018 Neukunden gewinnen, ein stärkerer Markenauftritt für mehr Sichtbarkeit sorgen. Auch die Digitalisierung treiben die beiden neuen Geschäftsführer voran. Künftig funktioniert die GTÜ-EDV bruchlos auf allen digitalen Endgeräten vom Laptop bis zum Smartphone.

Entwicklungsabteilung arbeitet an neuen Produkten

Doch auch im Geschäft mit den hoheitlichen Aufgaben (HU, AU, SP usw.) entwickelt sich die GTÜ weiter. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung soll laut Köstler Prüfverfahren für Fahrerassistenzsysteme und das autonomen Fahren entwickeln, sich mit Datensicherheit oder der Elektromobilität befassen und neue Produkte und Dienstleistungen planen. Zusätzlich will die Organisation neue Märkte außerhalb der Kfz-Branche erschließen, beispielsweise die Anlagensicherheit.

Der Geschäftsführer forderte des Weiteren von der Politik eine Liberalisierung der Technischen Dienste. Er sagte: „Wir wollen künftig alle Dienstleistungen anbieten können.“ Elmar Fuchs, Geschäftsführer des GTÜ-Gesellschafters BVSK, unterstützte in seinem Vortrag die Neuausrichtung: „Die Möglichkeiten des einzelnen Sachverständigen, auf die neuen Anforderungen zu reagieren, sind begrenzt. Er kann nicht alle Dienstleistungen erbringen, die heute gefragt sind. Die GTÜ als Organisation kann das.“

FDP-Generalsekretärin lobt die GTÜ

Zum 13. Bundeskongress waren in Frankfurt rund 350 GTÜ-Partner zusammengekommen. Neben den Geschäftsführern Köstler und Bröning sprachen weitere interessante Referentinnen und Referenten: Michael Lenhartz, Vorsitzender der GTÜ-Gesellschafterversammlung, sagte in seiner Begrüßung: „Es gibt große Risiken, aber auch große Chancen für die GTÜ. Wir werden uns den Herausforderungen gemeinsam stellen!“

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer lobte in ihrem Grußwort die GTÜ wegen ihrer „schlanken Aufstellung und dem günstigen Verhältnis von Input und Output“. Mit Bezug auf die Dieselkrise sagte Nicola Beer, dass es keine Fahrverbote für Fahrzeuge mit gültiger Betriebserlaubnis geben dürfe. „Anstelle von Fahrverboten brauchen wir nachhaltige Mobilitätskonzepte!“

Ein Interview mit Michael Bröning und Robert Köstler zur Neuausrichtung der GTÜ lesen Sie in Ausgabe 42 des »kfz-betrieb«, die am 20. Oktober erscheint.

(ID:44938168)

Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group