Guangzhou Motorshow 2019: Gigantische Regionalmesse

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Zurückhaltender waren andere europäische Aussteller in Guangzhou: Messepremieren feierten lediglich Peugeot mit dem 2008 (auch als Elektroversion), das Aston-Martin-SUV DBX und Rolls-Royce mit dem Black Badge Cullinan. Eine wahre Flut an Neuheiten brachten indes die vielen chinesischen Hersteller mit.

Chinesische Hersteller bieten uneinheitliches Bild

Das Bild, das sie abgeben, wird zunehmend uneinheitlicher. Das beginnt bereits bei ihren Messeauftritten: Während einige immer noch nach dem Prinzip einer Wirtschaftsgütermesse schmucklos präsentieren, sorgen Marken wie JAC und Lynk & Co. für wahre Besuchererlebnisse. Im Stil von Mini oder Jaguar emotionalisieren sie ihre Produktdarbietungen. Auch nimmt die Zahl jener Hersteller rapide ab, die sich durch ihre übersetzungslose Namensgebung einer Internationalisierung von Haus aus völlig verschließen. So wird im Zweifelsfall lieber noch ein Kunstname gesucht. Seit einigen Jahren dabei: der deutsche Begriff „Weltmeister“. Dass die chinesische Automarke in irgendeiner Weise weltmeisterlich ist, muss bezweifelt werden.

Fest steht aber, dass viele Marken ihre Qualitätsdefizite gegenüber den internationalen Herstellern zumindest aufgeholt haben. Die Ergonomie der außerhalb Chinas nicht erhältlichen Fahrzeuge ist zwar oft gewöhnungsbedürftig, doch dem Geschmack der Asiaten geschuldet. Innenraumkameras für WeChat-Streaming gehören dazu – und übergroße und zum Teil sogar auf dem Lenkrad platzierte Displays wie bei Nio und Byton.

Fast kein chinesischer Hersteller kam ohne stattliche Elektro- und PHEV-Flotte auf der Messe. Dabei stehen sie in der Heimat vor massiven Problemen. Nachdem die chinesischen Behörden die Subventionen für den Kauf von Elektroautos kurzerhand kürzten, brach der Verkauf der Stromer massiv ein. Weil auch in Asien die Verbrenner deutlich günstiger sind, sanken die E-Modelle wieder in der Gunst der Käufer. Um diese buhlt aber inzwischen eine unglaubliche Designbandbreite.

Natürlich gibt es immer noch zahlreiche Modelle, die wie eine Kopie von Maybach, BMW oder Rolls-Royce aussehen. Und selbstverständlich verstopfen immer noch jene unspektakulären, massenmarkttauglichen SUVs und Limousinen die Messestände, die eigentlich keiner sehen will. Doch Fahrzeuge wie der kleine Ora R1, der durchdacht gestylte Geely Icon oder die Sportwagen-Studie Nio EP9 zeigen, dass chinesische Marken auch in diesem Bereich lernfähig sind.

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