Hahn Automobile: Die positive Seite der Abgas-Medaille

Autor: Steffen Dominsky

Man kann es nicht ändern, also macht man das Beste draus: Hahn-Automobile nutzt die Konsequenzen aus dem Abgasskandal geschickt für den Service – wann kommen schon so viele Segment-2-Kunden ins Autohaus? Auch die Kunden profitieren.

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Die Hahn-Direktannahme
Die Hahn-Direktannahme
(Bild: Dominsky / »kfz-betrieb«)

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, sagte einst Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Generell sollte man im Fall einer Krankheit den Doktor konsultieren. Doch das würde im Fall von Rainer Schmid, Serviceleiter bei Hahn Automobile in Schorndorf, nicht viel bringen. Denn Schmid ist nach eigenen Worten „servicekrank“ – und das ist gut so. „Meine gesamte Mannschaft und ich haben stets die Servicebrille auf“, umschreibt das Hahnsche Urgestein die eigene Ausrichtung.

So verwundert auch nicht der eine oder andere in Kfz-Kreisen eher unübliche Ansatz. Beispiel „Line up“: Jeden Morgen treffen sich einzelne Teams und besprechen den kommenden Tagesablauf, weisen auf besondere Aufgaben hin und resümieren den vorherigen Arbeitstag. Motto: Probleme erst gar nicht entstehen lassen.

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Ergibt sich dennoch einmal Handlungsbedarf dahingehend, Kunden stets den optimalen Service zu bieten, weiß man in der Stuttgarter Straße 31-57 entsprechend zu reagieren. Im Kleinen wie im Großen. Bestes Beispiel: die Abgas-Affäre. Die bereitet den VW-Partnern zwar jede Menge Ärger. Sie bietet aber auch durchaus Potenzial. Und Hahn nutzt das – wann bekommt man schon so viele Segment-2- und Segment-3-Kunden ins Autohaus?

Genau diese Kunden wiederzugewinnen – circa 60 Prozent der betroffenen Fahrzeugbesitzer waren bereits zu freien Werkstätten abgewandert – ist das Ziel von Schmids Team. Gemäß dem eigenen Leitspruch „Best Service in Town“ kümmert sich um diese Kunden auf Wunsch ein Concierge-Service. Ähnlich wie in einem Luxushotel begleitet der Mitarbeiter den Autofahrer persönlich durch den Serviceprozess. Kundenindividuelle Wünsche sind bei Hahn im Dealer-Managementsystem hinterlegt.

Interessante Ansätze auf ganzer Linie

Wertschätzung erfährt dabei auch das eigene Personal: „Die Monteure von heute sind keine wandelnden Ölfässer mehr, sondern hochqualifizierte Techniker“, erklärt Jörg-Michael Weber, Regionalleiter Service bei Hahn Automobile. Entsprechend setzt Werkstattleiter Harald Uetz sie auch ein. Soll heißen: Schnödes Bodenschrubben – sprich das tägliche Reinigen der Werkstatt – erledigt eine Fremdfirma. Damit müssen sich die Kfz-Mechaniker/-Mechatroniker nicht abgeben – auch nicht die Lehrlinge. Die sollen sich schließlich qualifizieren. Und das tun sie nicht nur im „normalen Betrieb“, sondern auch in der zentralen, Hahn-eigenen Ausbildungsstätte.

Hahn Automobile in Schorndorf ist einer der Betriebe beim diesjährigen Service Award, die es in die Top-Ten der Kategorie Pkw geschafft haben. Von den guten Serviceleistungen des Unternehmens überzeugte sich die Jury vor Ort. Sie ist besetzt mit Vertretern der Redaktion »kfz-betrieb« sowie den Sponsoren Berner, Fuchs Schmierstoffe und Pirelli.

Die Verleihung des Service Awards findet am 15. September 2016 während der Automechanika in Frankfurt im Hotel Maritim statt. An der viel beachteten Preisverleihung des »kfz-betrieb«-Service-Awards nehmen jährlich rund 250 Gäste aus der gesamten Automobilbranche teil. Die Teilnahme an der Preisverleihung ist kostenlos. Anmeldung unter www.service-award.de.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group