Handel verliert Millionen durch Abwertung gebrauchter E-Autos

Autor Doris Pfaff

Die Förderkriterien für die E-Prämie sind für Autohändler ein Problem: Junge Gebrauchte oder Vorführwagen werden durch die Vorgaben quasi entwertet. Der ZDK macht sich für eine Nachbesserung stark, doch das Bundeswirtschaftsministerium reagiert bislang zurückhaltend. Die ZDK-Referenten Marcus Weller und Christoph Stricker erläutern, warum der Verband an dem Thema dranbleibt.

Die Förderung von neuen E-Autos sorgt beim Handel mit gebrauchten Stromern für Probleme.
Die Förderung von neuen E-Autos sorgt beim Handel mit gebrauchten Stromern für Probleme.
(Bild: Nissan)

Redaktion: Der ZDK hadert mit der aktuellen Förderrichtlinie für E-Autos, weil Fahrzeuge, die zwischen November 2019 und 3. Juni 2020 zugelassen wurden, von der Prämie nicht profitieren. Warum genau ist das ein Problem?

Marcus Weller: Mit der Erhöhung des Umweltbonus, Stichwort „Innovationsprämie“, beträgt die Förderung bei rein batterieelektrischen Fahrzeugen derzeit 9.000 Euro (netto). Damit liegt die Förderung für Fahrzeuge, die ab dem 3. Juni zugelassen wurden, beispielsweise bei BEV unter 40.000 Euro Basis-Nettolistenpreis, um 3.000 Euro höher als bei Fahrzeugen, die bis zu diesem Stichtag registriert wurden. Für Vorführfahrzeuge oder Firmenwagen, die in diesem Zeitraum auf Autohäuser zugelassen wurden, wird die Vermarktung an Endkunden deutlich erschwert beziehungsweise zu einem wirtschaftlich unattraktiven Geschäft für den Handel. Neufahrzeuge mit entsprechenden Lieferzeiten sind somit teilweise günstiger zu erwerben als junge Gebrauchtwagen, die unmittelbar zur täglichen emissionsarmen Nutzung durch Endkunden bereitstehen würden.