Honda geht preisaggressiv in den Markt

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Seit April im Amt, hat der neue Honda-Deutschland-Präsident Katsushi Inoue schon viel bewegt: Die Einstiegspreise gehen runter, der Civic kommt als Viertürer und der Auftragseingang steigt.

Firmen zum Thema

Christoph Stadler, Honda Deutschland: „Wir werden dem Handel mit der Einführung der neuen Verträge nicht die Pistole auf die Brust setzen.“
Christoph Stadler, Honda Deutschland: „Wir werden dem Handel mit der Einführung der neuen Verträge nicht die Pistole auf die Brust setzen.“
(Foto: Mauritz)

Mit einem Rückgang von 42 Prozent beendete Honda Deutschland das erste Quartal: Vor allem der neue Civic war deutlich hinter den Verkaufserwartungen zurückgeblieben. Mit dem neuen Honda Deutschland-Präsidenten Katsushi Inoue, der seit Anfang April im Amt ist, hat sich das Blatt gewendet: Im Mai lag das Verkaufsplus bei 52 Prozent, und dank der gestiegenen Auftragseingänge können die gebeutelten Honda-Händler wieder etwas aufatmen.

Inoue hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit mehrere Maßnahmen getroffen, um den schwächelnden Neuwagenabsatz anzukurbeln: Er hat eine angemessene Verkaufsförderung für das Brot-und-Butter-Auto Civic eingeführt, er hat den Einstiegspreis für den Kleinwagen Jazz auf 9.990 Euro gesenkt und er führt den Civic als Limousine ein. Den Preis für den auslaufenden CR-V hat der Importeur auf unter 23.000 Euro gedrückt.

Bildergalerie

„Was umgesetzt werden kann, setzt unser neuer Präsident Inoue um“, betont Honda Deutschland-Vertriebschef Christoph Stadler. „Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber die Tendenz zeigt klar nach oben.“

Mit der gestiegenen Akzeptanz des wichtigen Volumenmodells Civic – im Mai waren doppelt so viele Kaufverträge unterzeichnet worden als im Vormonat – steige auch die Moral im Handel, unterstreicht Stadler.

„Wir müssen Fakten schaffen“

Die Honda-Händler schätzten, dass endlich Bewegung in die Preis- und die Modellstrategie komme: „Das Produkt ist das A und O. Wir müssen Fakten schaffen, um das vielfach verlorengegangene Vertrauen unserer Vertriebspartner wieder zurückzugewinnen.“

Nachdem die Modellpalette, die Honda in Deutschland anbietet, in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft war, führt der Importeur jetzt mit der Civic Limousine, die bislang nur in Osteuropa verkauft wurde, eine weitere Variante der Civic-Modellfamilie ein.

Aufgrund der positiven Händlerresonanz während und nach der AMI in Leipzig, in deren Rahmen Honda ein Testmarketing für den Viertürer durchgeführt hatte, ist Stadler optimistisch, in diesem Jahr ein Vielfaches der ursprünglich geplanten 500 Einheiten zu verkaufen. Das neue Mitglied der Civic-Familie ist in fünf Farben und zwei Ausstattungsvarianten erhältlich.

Für zusätzliche Bewegung wird der neue CR-V sorgen, der im November in den Handel rollt und vom Start weg zu attraktiven Konditionen angeboten werden soll.

Neue Händlerverträge kommen

Neben neuen Modellen erhalten die Honda-Händler demnächst auch neue Verträge: Das Regelwerk und die Standards wird Honda Deutschland seinen Vertriebspartnern auf der Händlertagung im Herbst vorstellen.

„Von einigen Einzelfällen abgesehen, wollen wir mit allen unseren Händlern in die Zukunft gehen“, betont der Vertriebschef. Keinesfalls werde man dem Handel die Pistole auf die Brust setzen: „Wir sind mit einem Marktanteil von unter einem Prozent nicht in der Position, Forderungen zu stellen. Wir müssen vorlegen und nicht der Handel. Unsere wichtigste Aufgabe ist, die neuen Modelle erfolgreich im Handel einzuführen und das Volumen zu steigern. Erst dann können wir andere Dinge vorantreiben.“

(ID:34279030)