Hugo Pfohe feiert 100-jähriges Bestehen

Hamburger Autohausgruppe hat von Beginn an auf Mehrmarkenhandel gesetzt

| Autor: Julia Mauritz

Zur 100. Geburtstag am 3. März lud das Mehrmarken-Autohaus Hugo Pfohe Mitarbeiter und Kunden zu Kaffee und Kuchen ein.
Zur 100. Geburtstag am 3. März lud das Mehrmarken-Autohaus Hugo Pfohe Mitarbeiter und Kunden zu Kaffee und Kuchen ein. (Bild: Hugo Pfohe)

Am 3. März 1919 legte Hugo Pfohe mit dem Eintrag in das Handelsregister den Grundstein für die gleichnamige Mehrmarkenautohausgruppe, die damals wie heute ihren Hauptsitz an der Hamburger Alterskrugchaussee hat. Mittlerweile wird sie in der dritten Generation von Philip Pfohe und Andreas Schmitz geleitet.

Der ursprüngliche Wunsch des Unternehmensgründers war es gewesen, Ingenieur zu werden, um selbst Autos zu bauen. Dem Rat seiner Eltern folgend, machte er stattdessen zunächst eine Ausbildung zum Export-Kaufmann. Doch die Leidenschaft für Autos und Motoren ließ ihn trotz erfolgreicher Kaufmannskarriere nicht los, sodass er sich letztlich entschied, mit Kraftfahrzeugen zu handeln.

Noch im Gründungsjahr schlug das Familienunternehmen, das heute zehn Standorte in Norddeutschland hat und rund 750 Mitarbeiter beschäftigt, den Mehrmarkenpfad ein: Hugo Pfohe handelte mit den beiden Automarken Fafnir und Presto. Im Jahr 1925 weitete der Unternehmer sein Angebot dann um die renommierten Marken Goliath, Hansa Essex, Oldsmobile und Steyr aus. 1930 übernahm das Familienunternehmen die Vertretung für ein neues Peugeot-Modell und startete mit dem Borgward-Vertrieb: Anfang der Fünfzigerjahre war Hugo Pfohe sogar der größte Borgward-Händler in Deutschland.

Im Jahr 1965 setzte das Handelsunternehmen dann alles auf eine Karte: Es schloss einen Vertriebsvertrag mit Ford ab und fokussierte sich in den Folgejahren voll auf diese Marke. Heute zählt Hugo Pfohe zu den größten Ford-Händlern in Deutschland.

Mitte der Siebzigerjahre übernahm Karl-Heinz Pfohe, der Neffe des Firmengründers, das operative Ruder, und das Unternehmen zog an seinen heutigen Stammsitz an der Alsterkrugchaussee um. Auf einem gut 18.000 Quadratmeter großen Grundstück baute der Unternehmer ein großzügiges Autohaus mit einer gläsernen Front und einer Werkstatt mit Karosserie und Lackiererei.

Räumliche Expansion in den Achtzigerjahren

Mitte der Achtzigerjahre begann Hugo Pfohe dann auch räumlich zu expandieren. Die ersten Niederlassungen eröffnete das Unternehmen in Norderstedt, Bad Segeberg und Schwerin. In den Neunzigerjahren und Anfang 2000 folgten weitere Filialen in Hamburg, Kiel, Oldenburg und Lübeck. Auch das Markenportfolio wurde wieder schrittweise erweitert: Nach Jaguar und Land Rover im Jahr 2000 kamen kurz darauf die Fabrikate BMW, Mini, Volvo, Mazda und Citroën hinzu.

Anfang der Neunzigerjahre wuchs das Familienunternehmen dann auch weit über die deutsche Grenze hinaus: Unter dem Namen Moto-Pfohe begann Karl-Heinz Pfohe ein zweites Standbein in Bulgarien aufzubauen. Unter der Ägide von Philip Pfohe, der 1994 zum Geschäftsführer ernannt worden war, entwickelte sich Moto-Pfohe im osteuropäischen Land nicht nur zum einzigen Händler für die Marken Ford, Volvo, Jaguar und Land Rover, sondern fungierte für die vier Fabrikate auch als alleiniger Importeur. Zudem gründete Moto-Pfohe eine eigene Leasinggesellschaft und mauserte sich zum größten privaten Versicherungsbroker in Bulgarien. Als sich Philip Pfohe Ende 2017 aus strategischen Gründen dazu entschied, das Bulgarien-Geschäft an den japanischen Mischkonzern Sumitomo zu veräußern, beschäftigte Moto-Pfohe 550 Mitarbeiter in zehn Autohäusern.

27 Millionen Invest in die Autohäuser

Künftig will sich das Hamburger Traditionsunternehmen voll darauf konzentrieren, sein deutsches Handelsgeschäft fit für die Zukunft zu machen. Dazu hat Philip Pfohe viel Geld in die Hand genommen: Insgesamt hat er in den vergangenen fünf Jahren stolze 27 Millionen Euro in Neubauten und Modernisierungen investiert. „An allen Standorten sind wir für das nächste Jahrzehnt durchinvestiert“, unterstreicht der Unternehmer. Er setzt dabei schon seit vielen Jahren auf das organische Wachstum seiner Bestandsbetriebe statt auf Zukäufe von Autohäusern. Daran soll sich auch künftig nichts ändern: Statt neue Standorte zu besetzen oder zusätzlich zu den Marken Ford, Mazda, Kia, Volvo, BMW, Mini Jaguar und Land Rover noch weitere Fabrikate hinzuzunehmen, will Philip Pfohe konsequent die Effizienz der bestehenden Autohäuser steigern.

Aktuell stehe vor allem die Professionalisierung der Internetpräsenz und der digitalen Prozesse im Fokus: „Wir betrachten das Internet als unseren elften Standort.“ Im vergangenen Jahr hatte die Hamburger Autohausgruppe rund 16.300 Neu- und Gebrauchtwagen vermarktet und gut 390 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Zum Jubiläumsjahr hat sich Hugo Pfohe zahlreiche Aktionen einfallen lassen: Bereits zum Start des Jubiläumsjahres hatte die Autohausgruppe ihre Kunden in allen Standorten zur Veranstaltung Hüttenzauber eingeladen, auf der die eigens kreierten Jubiläumsmodelle im Fokus standen. Am 3. März konnten sich die Mitarbeiter und Kunden dann über ein Stück Geburtstagskuchen in den Autohäusern freuen. Abgerundet wird der 100. Geburtstag von Gewinnspielen und einer Jubiläumsbroschüre.

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