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Hyundai und Kia stecken 100 Millionen Euro in E-Transporter-Hersteller

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Im Nutzfahrzeuggeschäft steigt die Nachfrage nach Modellen mit alternativem Antrieb. Dem tragen Hyundai und Kia nun Rechnung und steigen bei einem britischen Start-up für Elektro-Transporter ein.

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Arrival hat einen futuristischen Transporter entwickelt.
Arrival hat einen futuristischen Transporter entwickelt.
(Bild: Arrival)

Hyundai geht im Rahmen seiner Pläne für mehr Elektromobilität eine strategische Partnerschaft mit dem britischen E-Lieferwagen-Hersteller Arrival ein. Südkoreas Autobauer Hyundai Motor und Kia Motors kündigten am Donnerstag an, 100 Millionen Euro in das 2015 gegründete Unternehmen zu investieren. Hyundai übernehme 80 und Kia 20 Millionen Euro.

Arrival werde bei dem Deal mit drei Milliarden Euro bewertet, schrieb die „Financial Times“. Damit gehört die Firma zu den teuersten britischen Start-ups. Es ist auch eine der bedeutendsten Investitionen in die britische Autobranche nach der Brexit-Entscheidung. Die Industrie ist unter Druck, weil sie um den wichtigen Absatzmarkt EU bangen muss. Arrival will einen futuristisch aussehenden E-Lieferwagen mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern pro Batterieladung bauen.

Aktuell sei die Produktion von bis zu 10.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant, schrieb die Zeitung.

Hyundai und Kia wollen „Schlüsseltechnologien von Arrival nutzen, um ihr kürzlich angekündigtes Ziel zu erreichen, Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln und ihre Fahrzeugflotten zu elektrifizieren“, hieß es in einer Mitteilung des britischen Unternehmens. Beispielsweise wollen die Koreaner auf der Arrival-Plattform kleine und mittelgroße E-Lieferwagen bauen. Der Partnerschaft könnten aber auch „andere Produkte für Logistik-, Fahrdienst- und Pendelservice-Unternehmen“ entspringen, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

„Wird helfen, den Wandel zu beschleunigen“

„Die Partnerschaft mit Arrival wird Hyundai und Kia helfen, die stark wachsende Nachfrage in Europa für umweltfreundliche Nutzfahrzeuge zu erfüllen und den Wandel der Marken von Autoherstellern zu Anbietern sauberer Mobilität zu beschleunigen“, wurde der Leiter der Forschungsabteilung der Hyundai Motor Group, Albert Biermann, zitiert.

Der Deal reiht sich in die Riege von Kooperationen traditioneller Autohersteller mit Elektroauto-Entwicklern ein. So stieg Ford in den USA bei der Firma Rivian ein, die demnächst mit der Produktion elektrischer Geländewagen und Pick-ups beginnen will. Bei Rivian will zudem Amazon Elektro-Lieferwagen bestellen. In Europa greifen Marken wie Aston Martin auf Elektroantriebs-Technologie des kroatischen Sportwagenbauers Rimac zurück – mit dem auch Hyundai bereits kooperiert.

Der südkoreanische Konzern stellte Anfang des Jahres auf der Technik-Messe CES das Konzept eines autonomen und elektrischen Mehrzweck-Fahrzeugs vor. Es erinnert äußerlich an eine Seilbahn-Gondel und soll zum Transport von Menschen und Lasten, aber auch als mobiler Einkaufsladen oder Büro eingesetzt werden. Nach den Ankündigungen von Donnerstag könnte Arrival mit seiner Elektroauto-Architektur die technische Plattform dafür liefern.

Zusammen mit Kia ist Hyundai der fünftgrößte Autohersteller weltweit. Anfang Dezember hatte Hyundai angekündigt, bis 2025 in die Gruppe der drei größten Hersteller von Batterien und Brennstoffzellenfahrzeugen vorstoßen zu wollen. Ziel ist es, jährlich 670.000 Elektrofahrzeuge einschließlich batteriebetriebener E-Autos zu fertigen.

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