IAA 2009: Brilliance wartet auf den BS4 Wagon
Die Positionierung der Marke im lokalen Markt hat für Brilliance in Deutschland derzeit oberste Priorität. Zur Situation des Importeurs sprach »kfz-betrieb ONLINE« auf der IAA mit dem neuen Geschäftsführer Ralf Cremer.
Brilliance Motor Deutschland kämpft im Jahr der Umweltprämie mit den Marktumständen. Von der staatlichen Förderung hat der Importeur nicht profitiert. Seit Februar sind 620 Fahrzeuge über den Handel und die Kunden in den Markt gekommen, sagte Geschäftsführer Ralf Cremer auf der IAA gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.
Paradoxerweise habe die Umweltprämie Brilliance geschadet, da sie die Preise kaputt gemacht habe, erläutert Cremer. „Wenn ein Golf mit Prämien und Hausrabatten für 11.000 Euro zu haben ist, ist das eine schwere Konkurrenz für den BS4“, so Cremer. Der chinesische Mittelklasse-Wagen wird zum Listenpreis von 15.990 Euro angeboten. Im zuletzt boomenden Kleinwagen-Segment hat der Importeur noch keine Produkte verfügbar.
Start des BS4 Wagon zum Jahreswechsel
Der Ausbau des Modellangebots soll in den kommenden Monaten vollzogen werden. Voraussichtlich zum Januar 2010 soll der BS4 Wagon eingeführt werden, der im März in Genf Europaprämiere feierte. Die Homologation für den Wagon habe Brilliance mit dem TÜV Rheinland vollzogen, berichtete Cremer. Im ersten Halbjahr 2010 soll dann der BS2 kommen, der auf der IAA 2007 bereits gezeigt worden war. „Von beiden Modellen versprechen wir uns, dass der Handel damit deutlich mehr Stückzahlen verkauft“, so Cremer. Kein Thema mehr ist derzeit das Coupé BC3, das auf mehreren Messen zu sehen war.
Um die Bekanntheit der Marke zu steigern, setzt der Brilliance-Geschäftsführer, der seit Anfang Juli im Amt ist, auf den Handel, insbesondere auf „inhabergeführte Betriebe, die ihren Markt und ihre Kunden kennen“. Nach einigen Trennungen hat der Importeur derzeit 130 Händler, bis Jahresende sollen es 200 werden.
Investition in Händler statt Messen
Neuhändler müssen als Anfangsinvestition knapp 7.000 Euro für das Marketingpaket, die Ersatzteil-Ausstattung und die Werkzeug einkalkulieren. Für den Absatz steht ihnen die akf-Bank als Finanzpartner mit Absatz-, Händlereinkaufs- und Leasingprodukten zur Seite. Sie gehe flexibel auf die Bedürfnisse der Händler ein und leiste eine taggleiche Valuta-Buchung, schildert Cremer die Zusammenarbeit.
Von kostspieligen Marketingaktionen mit hohen Streuverlusten sieht der Importeur derzeit ab. „Es ist derzeit sinnvoller, das Geld in den Handel zu geben, um den Abverkauf zu stüzten“, sagt Cremer. Entsprechend wurden die Zusammenarbeit mit dem Fußballclub Borussia Dortmund beendet und in diesem Jahr die Messeauftritte auf der AMI und der IAA abgesagt.
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