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IAA-Trend: Die Neuheiten glänzen in Rot

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Die Farbe Rot wird meist mit Sportwagen assoziiert. Auf der IAA erfüllen zumindest Ferrari und Maserati dieses Klischee. Doch auf den roten Lack greifen auch andere Fabrikate zurück, um ihre Neuheiten sichtbar zu präsentieren.

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Ein von vielen roten Premieren auf der IAA 2017: der Borgward BX5.
Ein von vielen roten Premieren auf der IAA 2017: der Borgward BX5.
(Bild: sp-x / Knödler)

Wer sich früher für ein rotes Auto entschied, hatte oft nicht lange Freude daran. Häufig hat die Sonne den ab Werk strahlenden Farben heftig zugesetzt, und nicht wenige Gebrauchte warten mehr stumpf als glänzend auf den Höfen der Händler auf einen Käufer. Dass das Sonnenlicht die rötlichen Farben stärker angreift, als andere, liegt an der Physik; die Farbpigmente waren damals nicht stabil genug gegen UV-Strahlung.

Heutzutage ist das alles zum Glück kein Problem mehr, allein der inzwischen übliche Klarlack verhindert größeren Schaden. Bis die Hersteller Rot wieder als Trendfarbe entdeckt haben, dauerte es allerdings ein wenig – inzwischen aber ist das knallige Bunt nicht mehr wegzudenken, wie ein Rundgang über die aktuelle IAA zeigt.

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Mazda hat Rot als einer der ersten für sich entdeckt, und zeigt schon seit einiger Zeit oft seine komplette Flotte auf Messen in ein und derselben Farbe: einem dunklen Tiefrot. Daran halten sich die Japaner auch auf der IAA 2017. Wenn schon kein Modell Premiere feiert, dann soll wenigstens die gesamte Familie einheitlich auftreten – vom kecken Roadster MX-5 bis zum neusten Mitglied, dem SUV CX-5.

Was für Messen gilt, kann im wahren Leben ganz anders sein. Bei den Neuzulassungen liegen die Rottöne nur auf Platz fünf – hinter Grau, Schwarz, Weiß und Blau. Allerdings ist der Anteil der roten Lackierungen in den letzten Jahren leicht gestiegen. Trugen im Jahr 2011 noch 5,8 Prozent der Neuwagen einen Rotton, waren es im Jahr 2016 immerhin knapp 6,5 Prozent. Zuletzt, im August 2017, lag die Quote sogar bei 6,7 Prozent.

VW-Konzernneuerungen stechen ins Auge

Selbst Skoda hat das Rot für sich entdeckt. Am Messestand der Tschechen sticht der neue Karoq sofort ins Auge, dank seiner roten Signalfarbe. Gewöhnlich tritt der Autobauer farblich eher zurückhaltend auf mit cremefarbenen oder Weißtönen (Citigo), in der Markenfarbe Grün (Fabia) oder in gedeckten Farben (Superb). Weniger verwunderlich ist dagegen, dass Seat seinen SUV-Neuzugang Arona rot lackiert ausstellt. Die Spanier setzten schließlich auf Emotionen.

Auch VW hat zum Farbeimer gegriffen, und die Studie I.D. Crozz, die schon auf der Automesse in Shanghai im Frühjahr zu sehen war, umlackiert. Statt in kühlem Silber erstrahlt der autonom fahrende Stromer jetzt in Rot auf dem Messestand. Ansonsten hat sich nicht viel geändert, die Front wurde etwas überarbeitet, die autonomen Funktionen können jetzt per Sprache bedient werden.

IAA 2017: Alles außer Auto
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Auch die Koreaner setzen auf Rot. Hyundai bietet seinen neuen, kleinen SUV Kona generell in vielen knalligen Farben an und hat auch ein sattes Rot im Angebot. Schade nur, dass das Cockpit nicht wirklich zu dem durchgestylten Äußeren passt: Innen kommt der Kona eher altbacken daher. Und für die Studie Proceed hat der Chef-Kreative Peter Schreyer ebenfalls einen tiefen, satten Rot-Ton rausgesucht. Obwohl das Concept Car auf den ersten Blick anmutet wie eine Sportback-Version des neuen Stinger, soll der Kompaktsportler einen Ausblick auf die kommende Ceed-Generation geben.

Italiener und Chinesen in Rot vereint

Zusätzlich zur bereits gegebenen Aufmerksamkeit durch den Exoten-Status ziehen die chinesischen Fabrikate Borgward und Wey über die Farbe Rot die Blicke auf sich. Wey will als Premium-Marke von Great Wall Motors über kurz oder lang in Europa Fuß fassen. Und auch wenn der bordeauxrote XEV noch weit von der Serie entfernt ist, macht er mit seinem kecken Bürzel doch schon einiges her. Die direkte Konkurrenz aus dem Reich der Mitte ist da schon einen Schritt weiter. Auch Borgward strebt einen Start in seiner alten Heimat an. Der ehemalige Bremer Autobauer hält die Modelle BX7 und BX5 bereit. Ersterer wird noch dieses Jahr in Deutschland in den Verkauf kommen. Der knallrote BX5 soll bald folgen.

Fast schon Pflicht ist die Rotlackierung für die leistungsstarken Sportler aus Italien.Kaum eine andere Marke verbinden Fans so stark mit der Farbe Rot wie Ferrari. Kein Wunder also, dass auch der neue Portofino alle anderen Modelle am Strand leuchtend überstrahlt. Mit Frontmotor und Heckantrieb sprintet das Modell von Null auf 100 in 3,5 Sekunden. Etwas irritierend setzt auch die Schwestermarke Maserati auf Rot. Die Mittelklasse-Limousine Ghibli strahlt knallrot Auf dem Maserati-Stand und erfreut die Besucher mit ihrem aufgefrischten Design.

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