Igedos: Begrenzte Zuversicht

Redakteur: Jens Rehberg

Was vor einigen Jahren noch unmöglich schien, geht heute wieder: Die Interessengemeinschaft der Opel-Spezialisten kann die Rahmenbedingungen im Verkaufs- und Servicegeschäft des Rüsselsheimer Herstellers mitgestalten.

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Die Igedos-Mitglieder trafen sich auch dieses Jahr wieder in der Stadthalle von Gernsheim bei Darmstadt.
Die Igedos-Mitglieder trafen sich auch dieses Jahr wieder in der Stadthalle von Gernsheim bei Darmstadt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zusammenarbeit zwischen der Interessengemeinschaft der Opel-Spezialisten Igedos und der Adam Opel AG hat sich deutlich verbessert. „Wir fühlen uns wahrgenommen“, sagte Igedos-Sprecher Rolf Höschele am Rande der Mitgliederversammlung des Verbands am Mittwoch in Gernsheim im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Der Hersteller gehe auf die Anliegen der Verbandsvertreter ein.

Gesprächsbedarf gibt es laut Höschele in zahlreichen Punkten, zum Beispiel:

  • Der Verband drängt auf eine Vereinfachung der Verkaufsprogramme.
  • Die einzelnen DMS-Bausteine sollten besser integriert und miteinander vernetzt werden. Auch die Lizenzmodelle stehen auf dem Prüfstand. Insbesondere die Serviceberater sollen von administrativen Tätigkeiten entlastet werden.
  • Unterschiedliche Auffassungen über Schulungsschwerpunkte
  • Lücken in der Modell- bzw. Motorenpalette bei Opel
  • Mehr Flexibilität zugunsten der kleineren Opel-Partner im Teilegeschäft
  • Verkaufskonditionen für Jungwagen im Rahmen des GW-Programms „Junge Opel“
  • Optimierung der Weitergabe technischer Informationen
  • Neuregelung der GVO (z.B. der Einfluss des Herstellers auf den Vertrag zwischen Händler und Vermittler)
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In seiner Ansprache an die rund 130 angereisten Igedos-Mitglieder zeigte sich Rolf Höschele zuversichtlich im Hinblick auf 2011 und das Opel-Marktanteilsziel von 8,5 Prozent. „Wir hatten noch nie so gute Modelle wie jetzt“, sagte der Händler. Trotzdem sehe er Rüsselsheim gefordert, die bekannten Lücken im Angebot zu schließen. Dabei äußerte er gleichzeitig Verständnis für die besondere Situation bei Opel: „Wir wissen, dass GM schnellstmöglich ein besseres Ergebnis will und Opel zudem durch seine Beschränkung auf Europa nicht vom Absatzboom beispielsweise in Asien profitieren kann.“

Höschele betonte außerdem die Chancen der „Lebenslang“-Garantie – „dieses Alleinstellungsmerkmal sollte uns die Kostenbeteiligung wert sein“.

Obwohl noch kein belastbares Zahlenmaterial für 2010 vorliegt, hat der Verbandssprecher den Eindruck gewonnen, dass das abgelaufene Jahr für die Igedos-Mitglieder gut verlaufen ist. Vor allem im Service-Geschäft hätten gute Erträge erwirtschaftet werden können. Zudem hätten sich durch zahlreiche Filialschließungen bei Vertragshändlern für die autorisierten Opel-Vermittler neue Chancen ergeben. Negative Auswirkungen erwartet Höschele allerdings vom gestiegenen Kurzzulassungsaufkommen insbesondere im vierten Quartal 2010 - „wir sprechen dieses Thema konsequent bei Opel an“.

Auf Seite 2: Jürgen Keller selbstkritisch

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