Neuwagengeschäft 2022 Importeure rechnen mit drei Millionen Neuzulassungen

Von Martin Achter

Der Pkw-Neuwagenabsatz könnte 2022 um 15 Prozent gegenüber diesem Jahr zulegen. Damit rechnet der Importeursverband VDIK. Allerdings sei die Prognose „mit großen Unsicherheiten behaftet“.

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Ein Stück weit Rückkehr zur Normalität: Der Importeursverband VDIK hält 2022 ein Volumen von drei Millionen Pkw-Neuzulassungen für möglich.
Ein Stück weit Rückkehr zur Normalität: Der Importeursverband VDIK hält 2022 ein Volumen von drei Millionen Pkw-Neuzulassungen für möglich.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb»)

Das Pkw-Neuwagengeschäft könnte sich nach Einschätzung des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) im kommenden Jahr spürbar erholen. Es sei möglich, dass das Volumen der Neuzulassungen 2022 wieder die Schwelle von drei Millionen Fahrzeugen erreiche, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel am Donnerstag in einer Online-Videokonferenz. Allerdings sei diese Prognose „mit ungewöhnlich großen Unsicherheiten behaftet“, betonte der Verbandschef.

Hintergrund der Einschränkung ist der aktuelle Halbleitermangel, der die Fahrzeugproduktion der meisten Hersteller weltweit bremst. „Wir können derzeit nicht sicher vorhersagen, wann sich die Versorgung mit Zulieferteilen wieder normalisiert“, sagte Zirpel. „Die Annahme für unsere Prognose ist aber, dass das im Laufe des kommenden Jahres der Fall sein wird.“

Trete diese Entwicklung ein und werde die Marke von drei Millionen Neuzulassungen erreicht, entspreche dies einem Plus von 15 Prozent gegenüber 2021, sagte Zirpel. Dies sei „vor dem Hintergrund der sehr hohen Auftragsbestände keine utopische Zahl“. Der Handel nehme derzeit viele Bestellungen von Kunden entgegen, könne ihnen aber aufgrund der Probleme in den Lieferketten der Zulieferindustrie und der Hersteller keine genauen Liefertermine für ihre Autos nennen – und müsse die Käufer in vielen Fällen auch immer wieder vertrösten.

Vier Prozent mehr neue Lkw

Die Aussichten für das Nutzfahrzeuggeschäft 2022 seien aus den gleichen Gründen ungewiss, so Zirpel. Entspanne sich hier die Liefersituation, könnten im kommenden Jahr in Deutschland 360.000 Lkw neu zugelassen werden. Dies wären vier Prozent mehr, als voraussichtlich in diesem Jahr auf die Straßen kommen.

Für das Gesamtjahr 2021 rechnet der VDIK mit rund 2,6 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Die entspricht einem Minus von 11 Prozent gegenüber dem Corona-Krisenjahr 2020.

2019 noch 3,6 Millionen Pkw-Neuzulassungen

Damit brach der Pkw-Absatz in den vergangenen Jahren massiv ein: 2019 verzeichnete das KBA noch 3,6 Millionen Neuzulassungen, 2020 waren es 2,9 Millionen.

Ursprünglich hatte der VDIK für 2021 mit 3,1 Millionen Neuzulassungen gerechnet. Aufgrund der schwer vorhersehbaren Krise in der Zulieferkette war diese Prognose jedoch nicht eingetreten.

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