Infiniti startet in Hamburg
Mit einem VIP-Abend im neu errichteten Infiniti-Center in Hamburg startet die japanische Marke am Freitag in Deutschland. Im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« haben die Verantwortlichen das Geschäftskonzept erläutert.
Infiniti hat in Hamburg das erste Center in Deutschland vorgestellt. Unter der Federführung von Geschäftsführer Ben Günther startet der Verkauf der fünf derzeit verfügbaren Modelle. Bis Ende 2011 sollen bundesweit zehn Center der Premium-Tochter des Nissankonzerns entstehen.
Eckpunkte für die Etablierung der Marke Infiniti sind laut Jürgen Schmitz, Regional-Direktor für Deutschland, Österreich und Osteuropa, Inividualität und die Serviceorientierung, die bei Infiniti „Total Ownership Experience“ heißt. Infiniti lasse sich nicht als klassische Oberklasse- oder Luxusmarke definieren, eher als Nischenmarke für Kunden mit besonderem Anspruch und dem Wunsch nach Diferenzierung.
Dafür steht nicht zuletzt das Baukonzept der Infiniti-Center. Den Kunden erwartet in Hamburg ein lichtdurchfluteter Neubau mit Lounge-Atmosphäre, die von Sitzgruppen, Getränke-Tresen und Vitrinen erzeugt wird. Die 800 Quadratmeter Verkaufs- und Servicefläche sind mit dunkelbraunem Holz und Travertin-Stein ausgelegt und lassen viel Platz zur Darstellung der fünf Modelle der japanischen Marke.
„Ein Infiniti-Händler muss Platz haben für die Marke“, nennt Schmitz einen der entscheidenden Qualifikationen eines Infiniti-Händlers. Er muss aber auch „Experte sein in seiner Stadt“, um die Zielgruppe für die Marke erschließen zu können, gemeinsam mit seiner Mannschaft sehr serviceorientiert sein und sich für die Marke begeistern können. Und nicht zuletzt: Infiniti dürfe nicht untergehen in einem Mehrmarken-Konglomerat. In Hamburg erfüllt Ben Günther diese Anforderungen.
Günther ist Nissan-Händler in zweiter Generation, betreibt derzeit vier Standorte und gehört zu den zehn größten Nissan-Händlern in Deutschland. Das Wagnis Ininiti sei ihm nicht schwer gefallen, bekundet Günther. „Mir liegt an der Marke“ ist der eine Grund. Der andere ist hanseatisch-kaufmännischer Art: Mit Nissan habe er die Wachstumsgrenzen erreicht, Mehrmarkenhändler wollte er nicht werden, die Investition in die Konzernschwester Infiniti habe in dieser Situation die Chance auf Expansion eröffnet.
Interesse der Zielgruppe ist geweckt
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds scheint sich die Entscheidung auszuzahlen. „Wir haben im Pre-Sale schon mehr Autos verkauft, als wir dachten“, so Günther. Und zwar ohne Preiszugeständnisse, darauf legt Günther großen Wert. „Wir werden keine Autos verschenken, lieber verkaufen wir ein paar Exemplare weniger.“ Entscheidend sei für ihn als Infiniti-Händler, jene Kunden zu finden, die unser Produkt wollen und nicht einen Preis“. Etwa 230 Personen hat Günther schon im Blick: Sie sind am Freitag, 2. Oktober, zum Eröfnungs-VIP-Abend eingeladen.
Den idealtypischen Kunden beschreibt Bastien Schupp, Marketingleiter von Infinit Europe, als „quiet rebel“: Mittelständler, Unternehmer und Künstler, die ihren eigenen Stil entwickelt haben und zunächst einmal nicht auf eine Rückmeldung auf ihr Autreten angewiesen sind. Entsprechend soll die Zielgruppe mit individualiserten Veranstaltungen, auf vernissagen und speziellen Events abgeholt werden. „Auf Massenveranstaltungen oder Klassikern wie einem Golfturnier findet man uns sicher nicht“, stellt Schupp klar.
Genaue verkaufszahlen nennt Günther derzeit nicht, auch Schmitz hält sich mit den Absatzzielen noch bedeckt. „Wir wollen zunächst die Marke etablieren, in der Anfangsphase sind konkrete Verkaufsziele eher hinderlich“, begründet der Regional-Direktor die Zurückhaltung. Einen Fünfjahres-Businessplan hat er dennoch mit Günther erarbeitet, die es auch für die anderen Infiniti-Center geben wird.
(ID:320281)