Infiniti: „Wir können nicht im Heimatland unserer Hauptwettbewerber fehlen“

Infiniti-Deutschlandchef Michael Hungenberg zur weiteren Entwicklung der Premiummarke

| Autor: Christoph Baeuchle

Am Infiniti-Steuer: Michael Hungenberg.
Am Infiniti-Steuer: Michael Hungenberg. (Bild: Infiniti)

Herr Hungenberg, Infiniti ist weiter auf Rekordkurs. Mit einem Absatz von 246.500 Fahrzeugen stiegen die weltweiten Verkäufe bereits zum achten Mal in Folge. Auf was führen Sie das zurück?

Michael Hungenberg: Infiniti verfolgt eine langfristige Strategie, die sich auszahlt. Entscheidend ist ein nachhaltiges Ergebnis und nicht der kurzfristige Erfolg. Für den Erfolg spielen Technologie und Design eine entscheidende Rolle.

Warum kommt vom Erfolg nichts in Deutschland an?

Das kann man so nicht sagen. Wir bekommen von unseren Kunden ein grundsätzlich positives Feedback. Aber natürlich würden wir gerne noch mehr Fahrzeuge verkaufen.

Welche Erwartungen haben Sie mittelfristig?

Wir sind derzeit in einer Transformationsphase hin zu einem elektrischen Anbieter. Ab 2021 werden wir jedes neue Modell elektrifiziert auf den Markt bringen, entweder vollelektrisch oder mit dem im Konzern entwickelten Hybridantrieb E-Power. Im Jahr 2025 sollen mehr als die Hälfte der von Infiniti weltweit verkauften Autos mit E-Motor fahren.

Und was erwarten Sie bis 2021?

Zunächst den QX50, den wir im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Als erste Marke weltweit bringt Infiniti einen Motor mit variabler Verdichtung auf den Markt. Das zeigt auch die technologische Stellung von Infiniti innerhalb der Renault-Nissan-Allianz.

Gilt das auch für Europa?

Auch in Europa ist Infiniti die Premiummarke der Allianz. Darüber finden viele Käufer auch zu anderen Konzernprodukten. Für Infiniti ist es wichtig, in Europa und Deutschland präsent zu sein. Wir können nicht im Heimatland unserer Hauptwettbewerber fehlen.

In den vergangenen Monaten hat Infiniti in Deutschland mehr Händler verloren als gewonnen. Wie geht es beim Händlernetz weiter?

Wir haben zwei Standorte verloren, und zwei neue kamen hinzu. Derzeit haben wir neun Händler. Mit der weiteren Entwicklung des Netzes warten wir, bis wir die Transformationsphase durchlaufen haben.

Mit dem Ausbau des Netzes nahmen auch die Rabatte zu. Für eine Premiummarke wie Infiniti ist das pures Gift.

Wir hatten einige Sondereffekte, vor allem Ende 2015 und Anfang 2016. Da kamen viele Fahrzeuge auf den Markt, um Präsenz zu zeigen. In der Folge sind die Angebote finanziell attraktiver geworden.

Das Servicenetz steht besser da. Haben Sie die Zielgröße bereits erreicht?

Wir haben derzeit 28 Infiniti-Werkstätten. Hier haben wir zurzeit keine Änderungen geplant. Wenn wir die Transformationsphase durchlaufen haben, können wir nochmals darüber sprechen.

Wollen Sie als Premiummarke in Deutschland Erfolg haben, muss Infiniti im Flottengeschäft Fuß fassen. Reicht das Servicenetz dafür?

Das Flottengeschäft hat sich durch die Dieselkrise extrem verändert. Die Rabatte unserer deutschen Wettbewerber sind so groß, dass wir uns bewusst entschieden haben, unrentable Geschäfte nicht mitzumachen.

Zuvor hatte Infiniti aber den Fokus auf das Flottengeschäft gerichtet. Ist das jetzt vorbei?

Wir haben in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten weiterhin Flottengeschäfte betrieben, aber auf etwas niedrigerem Niveau und immer mit dem Auge auf die Profitabilität.

Was wäre aus ihrer Sicht der ideale Vertriebsmix bei den Kanälen?

Sowohl der gewerbliche als auch der private Markt bieten große Chancen. Unsere Zahlen sind relativ begrenzt, sodass es schnell zu großen prozentualen Verschiebungen kommt. Entsprechend lässt sich das nicht beziffern.

Eine umfangreiche Hintergrundgeschichte veröffentlicht »kfz-betrieb« in Ausgabe 27/28, die am 6. Juli 2018 erscheint.

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