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Irreführende Preisangaben: Wettbewerbszentrale watscht Tesla ab

| Autor: Christoph Seyerlein

Tesla darf in Deutschland künftig nicht mehr mit Preisen „nach Einsparungen“ für seine Autos werben. Der Hersteller hat sich gegenüber der Wettbewerbszentrale dazu verpflichtet.

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Tesla muss die Kommunikation seiner Preise verändern.
Tesla muss die Kommunikation seiner Preise verändern.
(Bild: Tesla)

Tesla muss die Preiswerbung bei seinem Model 3 in Deutschland ändern. Wie die Wettbewerbszentrale mitteilte, darf der Hersteller hierzulande nicht mehr mit Preisen und/oder Raten „nach geschätzten Einsparungen“ werben. Die Wettbewerbshüter sehen darin eine „Irreführung potentieller Interessenten“ und einen Verstoß gegen die Preisangabenverordnung.

Bislang bietet Tesla das Model 3 auf seiner deutschen Webseite beispielsweise für 53.280 Euro zum Barkauf an. Eine Zeile tiefer heißt es dann: „Preis nach geschätzten Einsparungen: 48.280 Euro.“ Auch bei den Leasingraten gibt Tesla eine „reale“ und eine „nach geschätzten Einsparungen“ an. Unter Einsparungen versteht der Hersteller beispielsweise, dass Kunden an der Tankstelle Geld sparen können.

Die Wettbewerbszentrale fasst jene Berechnungsbeispiele nicht nur als willkürlich, sondern auch als intransparent auf. Sie widersprechen damit den Grundsätzen von Preiswahrheit und Preisklarheit. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Für die angesprochenen Verkehrskreise nicht nachvollziehbar sind zahlreiche relevante Bezugspunkte wie Laufleistung pro Jahr, welche Betriebskosten wurden berücksichtigt, gegenüber welchem Fahrzeug soll die genannte Einsparung erzielt werden etc.“

Selbst wenn eine „Einsparung“ erzielt würde, darf ein Hersteller unter „lauterkeitsrechtlichen Aspekten“ den entsprechenden Betrag nicht vom Kaufpreis oder der monatlichen Rate abziehen, da der Kunde zum Zeitpunkt des Kaufs oder der Finanzierung den vollen genannten Preis bezahlen muss.

Neue Preise für Model S und Model X

Rechtsanwalt Andreas Ottofülling von der Wettbewerbszentrale sagte: „Solche angeblichen Preisersparnisse sind Marketingübertreibungen zu Lasten von fair agierenden Mitbewerbern.“ Aber auch die Verbraucher würden durch derartige Preismogeleien getäuscht, so Ottofülling weiter. Deshalb sei es gut, dass sich Tesla außergerichtlich gegenüber der Wettbewerbszentrale verpflichtet habe, derartige Werbung nicht zu wiederholen.

Praktisch gleichzeitig kündigte Tesla selbst an, die Preise für Model S und Model X wieder gesenkt zu haben. Nachdem beide Autos hierzulande zuletzt einen Grundpreis von über 100.000 Euro hatten, gibt es das Model S ab sofort im günstigsten Fall für 81.980 Euro, das Model X kostet mindestens 90.400 Euro.

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