Immer schön an einem Kompressor ist, dass die Schubkraft im Gegensatz zum Turbo (der vom Abgasstrom abhängt) bereits aus dem Drehzahlkeller heraus geliefert wird. Und während der R-Kunde auf Wunsch auch Heckantrieb bekommt, fallen die 700 Nm des SVR-Triebwerks obligatorisch über alle vier Räder her.
Vielleicht möchte man einfach garantieren, dass der 1,7-Tonner auch wirklich binnen 3,7 Sekunden auf Landstraßentempo hastet und die Kraft im Falle eines ungestümen Gasfußes nicht in übermäßigen Reifenabrieb umgesetzt wird. In der Tat muss man sich keine großen Gedanken um den Fahrbahnbelag machen – wenn es nicht gerade Schotter ist – und kann beherzt auf das rechte Pedal drücken.
SVR serienmäßig mit Allrad
Aus jeder Situation heraus schiebt der Allradler so brachial auf jede gewünschte Geschwindigkeit, dass sowohl Magen und Nackenmuskulatur so einiger Herausforderung ausgesetzt werden. An die Allradhasser sei gesandt: Die Ingenieure haben die Antriebskonfiguration hecklastig ausgerichtet, so dass der Brite auf Pedalbefehl auch gerne mal um die Kehre tänzelt – ohne anschließend in richtungstechnische Verlegenheit zu geraten. Und ja, das klappt wirklich.
Im Basisprogramm kann er aber auch ganz brav, verkneift sich jegliches Gesprotzel und Geschrei, sofern die Kontrollleuchte der „Auspuff“-Taste nicht in orange warnt. Sogar das Fahrwerk benimmt sich recht human und rüttelt die Knochen keineswegs über Gebühr durch. Ein Jaguar für jeden Tag, so will es zumindest der Hersteller sehen.
Kann man machen, wenn neben dem Anschaffungsbudget auch die Bereitschaft und Fähigkeit besteht, die Unterhaltskosten zu stemmen. Denn bei den vom Werk angegebenen 11,3 Litern Benzin je 100 Kilometer für den gemittelten NEFZ wird es kaum bleiben. Dazu macht das F-Type-Topmodell einfach zu viel Spaß.
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