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Jaguar-Land-Rover-Händler kritisieren „Fahren auf Sicht“

| Autor: Julia Mauritz

Nachdem der Kronberger Importeur nicht weiter als bis zum Ende des ersten Quartals 2019 blicken will, entwickelt der Händlerverband selbst ein Gesamtkonzept für 2019, das die Jahreszielvereinbarung genauso beinhaltet wie den Margenleitfaden.

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Gut 70 Jaguar- und Land-Rover-Händler nahmen an der Jahreshauptversammlung teil.
Gut 70 Jaguar- und Land-Rover-Händler nahmen an der Jahreshauptversammlung teil.
(Bild: JLR-Händlerverband)

Die deutschen Jaguar- und Land-Rover-Händler haben es zur Zeit nicht leicht: Die Dieselkrise hat vor allem Land Rover hart getroffen. Folglich war die Stimmung auf der Jahreshauptversammlung des Jaguar-Land-Rover-Händlerverbands am Mittwoch angespannt.

Die komplette Führungsriege des Kronberger Importeurs war zur Veranstaltung nach Frankfurt gereist, um den gut 70 teilnehmenden Händlern ihre Marschrichtung für 2019 bekannt zu geben. Doch statt ein Konzept für das Gesamtjahr zu präsentieren, beschränkte sich die Geschäftsführung von Jaguar Land Rover Deutschland mit Hinweis auf den bevorstehenden Brexit auf eine Betrachtung des ersten Quartals 2019.

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Bei den teilnehmenden Händlern stieß dieses „Fahren auf Sicht“ angesichts der zahlreichen Herausforderungen auf wenig Gegenliebe. Sie beauftragten den Vorstand des Händlerverbands noch auf der Veranstaltung, selbst ein Gesamtkonzept für das kommende Jahr zu entwickeln und dieses dann dem Kronberger Importeur vorzulegen.

Der Jaguar-Land-Rover-Händlerverband hat dieses Mandat angenommen und will nun kurzfristig ein Grundgerüst mit vielen für den Handel essenziellen Inhalten bauen, wie der Jahreszielvereinbarung für das kommende Jahr, dem Margenleitfaden, Verkaufsprogrammen, einem Marketingkonzept und Bankkonditionen.

Jaguar-Land-Rover-Händlerverbandspräsident Rolf Weinert betont: „Es ist wichtig, so schnell wie möglich den Weg zu planieren, damit die Händler ihr Geschäft im kommenden Jahr planbar und erfolgreich gestalten können.“

Mehrere Baustellen

Denn Herausforderungen gibt es aktuell für die Jaguar-Land-Rover-Händler genug. Der Absatz der Geländewagenmarke ist in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 23,5 Prozent gesunken. Die Jahreszielvereinbarung 2018 musste bei Jaguar um acht Prozent, bei Land Rover sogar um 14 Prozent gesenkt werden. Dazu gesellen sich Qualitätsprobleme – laut einer Sprecherin des Importeurs handelt es sich dabei um Software-Probleme –, Schwachstellen bei den IT-Systemen des Herstellers sowie Engpässe bei der Teileversorgung. Und über all dem schwebt die Frage: Was passiert nach dem geplanten Brexit?

Mit dem neuen Evoque und dem Defender kämen 2019 bei Land Rover immerhin zwei Modelle auf den Markt, die das Potenzial hätten, die Marke wieder ein gutes Stück voranzubringen, unterstreicht Rolf Weinert. Damit sie ihr Potenzial voll ausspielen können, gelte es allerdings, sie wettbewerbsfähig im Markt zu platzieren.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

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