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Japanische Autobauer legen Abschied vom Verbrennungsmotor fest

| Autor: Andreas Grimm

Die Kritik am Verbrennungsmotor ist aus Gesundheits- und Klimagründen zuletzt immer lauter geworden. Nun haben sich die japanischen Hersteller selbst den Ausstieg aus dieser Technik auferlegt. Sie lassen sich allerdings dafür Zeit.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Japans Autohersteller verabschieden sich kollektiv vom klassischen Verbrennungsmotor. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner Onlineausgabe berichtet, wollen Toyota, Nissan, Honda und Co. bis spätestens 2050 auf Fahrzeuge mit reiner Verbrennungstechnik verzichten. Der Bericht bezieht sich auf Berichte verschiedener japanischer Medien. Kleinere Hilfsmotoren in Hybridfahrzeugen soll es aber nach 2050 noch geben. Nicht explizit erwähnt wird die Brennstoffzellentechnik, die aber mutmaßlich als Spielart der Elektromobilität gezählt wird.

Mit der Aussage bekennt sich erstmals eine ganze Gruppe an Herstellern geschlossen und verbindlich zum Ausstieg aus der Verbrennungstechnik. Die deutschen Autobauer verweisen dagegen weiterhin auf die Notwendigkeit dieser Technologie und die Möglichkeit einer weiter steigenden Effizienzausschöpfung. Konkrete Ausstiegstermine haben sie bislang abgelehnt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) plädiert stattdessen für eine Technologieoffenheit im Wettbewerb.

Die wachsende Verbreitung von Elektro- und Hybridautos in Verbindung mit immer neuen Umweltauflagen bis hin zu Fahrverboten macht Otto- und Dieselmotoren für die japanische Automobilbranche aber langfristig scheinbar weniger attraktiv. In Europa haben bereits Großbritannien, wo unter anderem Nissan viel produziert, und Frankreich angekündigt, Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab etwa dem Jahr 2040 nicht mehr zulassen zu wollen.

Laut den japanischen Medienberichten gehört der langfristige japanische Abschied von der Verbrennungstechnik zum umfassenden Plan, die japanischen Hersteller in der globalisierten Branche wettbewerbsfähig zu halten. Insbesondere auf dem wichtigsten Neuwagenmarkt, in China, werden Elektrofahrzeuge ein entscheidendes Kriterium für den Marktzugang.

Auf Nachfrage bestätigte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, dem „Spiegel“ die Realisierbarkeit des Vorhabens. Langfristige Zielsetzungen seien typisch für die japanische Industrie. Bis 2050 solle ein durchschnittliches Auto in Japan etwa 90 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als 2010.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«