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Wash & Check Jeder zehnte Reifen ist verschlissen – oder kurz davor

Autor: Jan Rosenow

Bei der Aktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrates untersuchten Prüfer im September insgesamt 1.269 Fahrzeuge. Bei jedem zweiten fanden sie einen Mangel an der Bereifung.

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Prüfingenieure der KÜS unterstützten die Aktion Wash & Check des Deutschen Verkehrssicherheitsrats.
Prüfingenieure der KÜS unterstützten die Aktion Wash & Check des Deutschen Verkehrssicherheitsrats.
(Bild: Becker & Bredel)

Die Deutschen lieben zwar ihr Auto – aber die Reifen sind ihnen offensichtlich weitgehend egal. Jeder Zweite fährt mit mindestens einem Reifenmangel durch die Gegend. Das hat die Initiative Reifenqualität bei ihrer Aktion „Wash & Check“ im September dieses Jahres herausgefunden. Insgesamt nahmen 313 Waschanlagen und Tankstellen an der Aktion teil; an 18 Standorten waren Expertenteams vor Ort, die auf Wunsch einen kurzen Reifencheck vornahmen. Dabei wurden die Pneus auf Beschädigungen überprüft, die Profiltiefe gemessen und auch das Alter der Reifen und der Reifendruck gecheckt. Die Ergebnisse im einzelnen:

  • Der Reifendruck war bei fast jedem vierten Reifen nicht in Ordnung (23,1 Prozent). Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt – obwohl in jedem zweiten Fahrzeug ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verbaut war.
  • Zweiter Prüfpunkt war die Profiltiefe: Die gesetzliche Mindesttiefe beträgt zwar 1,6 Millimeter. Experten empfehlen aber bei Sommerreifen 3 und bei Winterreifen 4 Millimeter Mindestprofil. Wie in den Vorjahren war bei etwa jedem zehnten Reifen die Profiltiefe nahe der Verschleißgrenze oder bereits darunter. Da der Reifenverschleiß langsam fortschreitet, muss man davon ausgehen, dass diese Fahrzeuge sehr lange keine Kfz-Werkstatt mehr gesehen haben.
  • Punkt drei in der Checkliste war die Sichtprüfung auf Schäden in Lauffläche und Reifenflanken. Risse weisen auf hohes Reifenalter hin; auch kann durch sie Wasser an den Unterbau gelangen. Eine Beule hingegen deutet auf einen Bruch der Karkasse hin. Auf der Lauffläche wurde nach Beschädigungen und Fremdkörpern wie Schrauben oder Nägeln geschaut. Dellen an der Felgenschulter können Zeichen für einen harten Bordsteintreffer sein, bei dem ebenfalls die Karkasse eines Reifens leiden kann. Diese sichtbaren Schäden kamen bei 5,7 Prozent der geprüften Reifen vor.
  • Der vierte Prüfpunkt bei der „Wash & Check“-Aktion war das Reifenalter. Gummis, die älter als zehn Jahre sind, sollten aus Gründen der Fahrsicherheit nicht weiter genutzt werden (verboten ist das allerdings nicht). Immerhin 6,4 Prozent der Reifen waren über zehn Jahre alt.
  • Und nicht zuletzt sahen sich die Reifenexperten auch die Ventilkappen an. Wenn die Kappe fehlt, können sich Steinchen oder Schmutz im Ventil festsetzen und dadurch eine Undichtigkeit hervorrufen. Dieses Problem kam aber bei so wenigen Autos vor, dass die Veranstalter hierzu keine Zahlen veröffentlichten.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group