US-Oldtimer-Auktionen Junges Blut und alte Knochen

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Auch bei der diesjährigen Monterey Auction Week zeigte sich: Sammler sehr hochpreisiger Oldtimer investieren gerne in jüngere Fahrzeuge. Ältere Modelle fanden erneut weniger Beachtung.

Für umgerechnet 15,45 Millionen Euro fand dieser Ferrari 250 GT SWB California Spider aus dem Jahr 1960 einen neuen Besitzer. Er wurde von Pininfarina entworfen und von Carrozzeria Scaglietti karossiert. 1986 spielte er die Hauptrolle in dem Film „Ferris macht blau“ und wurde zu einem der beliebtesten Ferraris.(Bild:  classic analytics)
Für umgerechnet 15,45 Millionen Euro fand dieser Ferrari 250 GT SWB California Spider aus dem Jahr 1960 einen neuen Besitzer. Er wurde von Pininfarina entworfen und von Carrozzeria Scaglietti karossiert. 1986 spielte er die Hauptrolle in dem Film „Ferris macht blau“ und wurde zu einem der beliebtesten Ferraris.
(Bild: classic analytics)

Auch bei der diesjährigen Ausgabe der Monterey Auction Week erzielten vor allem ältere Ferrari hohe Auktionserlöse. Aber auch Porsche waren gefragt. Wie der Marktbeobachter Classic Analytics ermittelte, wurden in der vergangenen Woche von insgesamt 1.143 angebotenen Fahrzeugen aller Marken 808 verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr ging die absolute Zahl der verkauften Fahrzeuge damit um 36 zurück. Bei ebenfalls rückläufiger Zahl der Angebote stieg die Verkaufsquote von 69 Prozent im Vorjahr auf jetzt 71 Prozent. Der Gesamterlös aller Auktionen betrug umgerechnet rund 336 Millionen Euro. Das sind durchschnittlich 415.570 Euro pro verkauftem Fahrzeug und zeigt, in welcher Liga besagtes Event spielt bzw. welche es vorgibt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Der bei den Auktionen erzielte Gesamterlös ist im Vergleich zu 2023 um rund drei Prozent gesunken. Dafür muss man wissen: Letztes Jahr war ein „Spitzenjahr“. Hier also von einer „Fortsetzung eines Rückgangs“ zu sprechen, wie manche Experten orakeln, ist etwas weit hergeholt. Schließlich sind hochpreisige Oldtimer weiterhin gefragt. Was sich aber auch in Monterey zeigte: Die Rekordpreise für alte Ferrari-Modelle wie den 250 GT fielen vor einigen Jahren noch höher aus. Dagegen erzielten jüngere Ferrari-Modelle hohe Erlöse. Frank Wilke von Classic Analytics sieht darin einen Trend: „Der starke Verkaufserlös zeigt, dass hochwertige Sammlerfahrzeuge bei internationalen Oldtimerfans nach wie vor hoch im Kurs stehen. Allerdings zeigt ein Blick auf die Top Ten auch, dass der seit Längerem bestehende Trend zu jüngeren Modellen mittlerweile auch im absoluten Hochpreisbereich angekommen ist. Einige seit Jahren als Blue Chips geltende Klassiker scheinen ihren Preiszenit erreicht oder sogar überschritten zu haben.“

Auch wenn die beiden letzten Jahre umsatztechnisch hinter dem Topjahr 2022 liegen: Absolut gesehen machten Verkäufer bei der Monterey Auction Week auch in diesem Jahr ein gutes Geschäft.(Bild:  Hagerty)
Auch wenn die beiden letzten Jahre umsatztechnisch hinter dem Topjahr 2022 liegen: Absolut gesehen machten Verkäufer bei der Monterey Auction Week auch in diesem Jahr ein gutes Geschäft.
(Bild: Hagerty)

Immer noch gewaltige Summen für „alte“ Oldtimer

Eine Einschätzung, die sich auch mit Zahlen untermauern lässt. So fiel die Verkaufsrate von Luxusautos mit Baujahr vor 1981 im Wert von über 1 Millionen Dollar auf 52 Prozent. Demgegenüber fiel bei 63 Prozent der jüngeren Exemplare dieser Gattung der Hammer. Und bei den Supercars der Moderne mit einem Wert von über 500.000 Doller gingen ganze 73 Prozent über den Auktionstisch.

Nicht ganz eindeutig bzw. kontinuierlich, aber der Trend hin zu jüngeren Fahrzeugen ist auch bei der Monterey Auction Week zu erkennen.(Bild:  Hagerty)
Nicht ganz eindeutig bzw. kontinuierlich, aber der Trend hin zu jüngeren Fahrzeugen ist auch bei der Monterey Auction Week zu erkennen.
(Bild: Hagerty)

Den höchsten Erlös erzielte mit umgerechnet 15,45 Millionen Euro dennoch ein von RM Sotheby’s versteigerter Ferrari 250 GT SWB California Spider aus dem Jahr 1960. Für rund 12,7 Millionen Euro wechselte ein Alfa Romeo 8C 2900B Lungo Spider aus dem Jahr 1939 den Besitzer. Gefolgt von einem Ferrari 410 Sport Spider aus dem Jahr 1955, der rund 11,76 Millionen Euro erzielte. Platz 4 belegte ein Ford GT40 Lightweight von 1969 mit einem Erlös von 7,12 Millionen Euro. Der umsatzstärkste Porsche auf Platz 5 ist ein 911 GT1 (Rennversion) mit 6,38 Millionen Euro. Dahinter folgen vier Ferrari: ein 250 GT LWB California Spider von 1959 (5,08 Mio. Euro), ein F50 Coupé von 1995 (4,99 Mio. Euro), ein 275 GTB/4 NART Alloy Coupé (4,79 Mio. Euro) und ein 333 SP Evoluzione von 1995 (4,64 Mio. Euro). Auf Platz 10 schaffte es mit dem 935 Coupé von 1976 ein weiterer Porsche mit 3,89 Millionen Euro in die Spitzengruppe.

(ID:50138089)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung