Källenius gibt Daimler strikten Sparkurs vor

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Auch will Daimler künftig noch mehr aus dem lukrativen Geschäft mit AMG-Modellen, dem Maybach und den G-Klasse-Geländewagen herausholen und sich insgesamt in jedem Segment stärker auf die Fahrzeuge mit den höchsten Gewinnspannen konzentrieren. „Wir sollten wachsen, aber wir sollten profitabel wachsen“, sagte Källenius. Die Frage sei, mit welchen Autos man das Geld verdiene.

Dass die Sparte damit schnell zurück zu alter Stärke und Profitabilität gelangt, glaubt auch Källenius selbst allerdings nicht. Mindestens sechs Prozent Umsatzrendite für Pkw und Vans erwartet er nun im besten Fall für das Jahr 2022. Ursprünglich war der Plan, mit dem Pkw-Geschäft schon 2021 zurück zum langfristigen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent zu kommen.

Zulieferer stärker in Entwicklungen einbeziehen

Was der Betriebsrat gar nicht gerne hören dürfte: Källenius will auch Zulieferer stärker in Entwicklungen einbeziehen. „Wir haben durchaus unseren Ingenieursstolz“, sagte er. „Aber in manchen Fällen könnte etwas, das sie haben, das weniger komplex ist und weniger kostet, den selben Zweck erfüllen.“

Im Motorenwerk in Untertürkheim wird gerade hart darüber verhandelt, ob Mercedes die Antriebe für die nächste Elektroauto-Generation von den eigenen Leuten bauen lässt oder – wie bisher – extern einkauft.

„Unser Weg muss sein, an erster Stelle Prozesse und Fremdvergaben auf den Prüfstand zu stellen“, mahnte Gesamtbetriebsrats-Vize Ergun Lümali. „Wir fordern das Insourcing von ausgelagerten Tätigkeiten.“

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Betriebsbedingte Kündigungen hat Daimler bis 2030 ausgeschlossen, auch Abfindungsprogramme oder ähnliches soll es nicht geben – was nicht ausschließt, dass der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt. Was individuelle Ausscheidungsvereinbarungen angeht, würde der Betriebsrat mit sich reden lassen – sofern es punktuell und freiwillig bleibt. Auch eine Ausweitung der Altersteilzeit zum Beispiel wird gerade diskutiert. Einen Verzicht auf kommende Tariferhöhungen hingegen lehnen die Vertreter der Arbeitnehmer kategorisch ab.

Källenius betonte, man werde sozial und verantwortungsvoll vorgehen.

„Dass eine solche Initiative keinen Applaus bekommt, dürfte klar sein“, sagte er. „Aber wir sitzen im selben Boot.“

(ID:46233259)