Kein Aus für die HU

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Kurz vor Weihnachten sorgten Presseberichte über das Ende der HU für Aufregung. Von nicht ordnungsgemäßen Messgeräten war die Rede. Tatsächlich geht es aber um die Dokumentation der Messgeräteprüfung.

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(Bild: TÜV Reinland)

Entgegen verschiedenen Medienberichte kurz vor Weihnachten steht die Hauptuntersuchung nicht vor dem Aus. Der Streitpunkt zwischen den Überwachern sowie dem Kfz-Gewerbe und der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS – eine staatliche Prüfstelle, die das Prüfwesen überwacht) ist vielmehr die Dokumentation der Geräteüberprüfungen für die Hauptuntersuchung. Sollte es hier keine Einigung geben, könnte das allerdings zur Folge haben, dass künftig in den Werkstätten und Prüfstellen der Überwacher keine HU mehr durchgeführt werden darf.

Die DAkkS bemängelte laut „Spiegel“ kurz vor Weihnachten die Hauptuntersuchungen der verschiedenen Prüforganisationen wie GTÜ, KÜS, Dekra und TÜV. Die Behörde teilte demnach mit, dass sie noch im Dezember für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt hätte. Die Akkreditierung durch die DAkkS ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass eine Überwachungsorganisation eine Zulassung zur Hauptuntersuchung von den einzelnen Bundesländern erhält – kurz: keine Akkreditierung, keine Zulassung.

Die Akkreditierungsstelle hatte den Überwachern vorgeworfen, die Hauptuntersuchung mit Messgeräten durchzuführen, die nicht gemäß dem Stand der Technik kalibriert seien.

Zum Hintergrund: In einem Akkreditierungsverfahren muss die DAkkS unter anderem überprüfen, ob die international gültigen Anforderungen an die messtechnische Rückführung der bei einer Haupt- oder Abgasuntersuchung verwendeten Messgeräte eingehalten werden. Die messtechnische Rückführung soll sicherstellen, dass Messgeräte tatsächlich korrekt messen und somit vorgeschriebene Fehlergrenzen einhalten. Wie diese Rückführung zu erfolgen hat und was als Nachweis dafür akzeptiert wird, legen international gültige Normen und Regelwerke fest, die nach der StVZO zwingend beachtet werden müssen. In einem Akkreditierungsverfahren bewertet die DAkkS also nicht die Richtigkeit von einzelnen Messergebnissen, sondern überprüft vielmehr, ob die Voraussetzungen für korrekte Messungen überhaupt gegeben sind.

Eine Frage der Dokumentation

Im Dezember 2015 hatte der VDTÜV erklärt, dass sich die Autofahrer in Deutschland darauf verlassen könnten, dass die bei der HU eingesetzten Messgeräte einwandfrei funktionierten. Alle Bremsen- und Scheinwerferprüfungen würden mit exakt messenden Geräten durchgeführt, die regelmäßig nach den in Deutschland geltenden Bestimmungen geprüft würden. Dieses Verfahren habe sich seit Jahrzehnten bewährt.

Nun muss das deutsche Verfahren der Eichung von Messgeräten im Rahmen der HU aber nach den geltenden EU-Bestimmungen durch andere Dokumentationspflichten der Kalibrierung ersetzt werden. Es gehe also explizit nicht um die Messgenauigkeit und die bei der HU angewandten Verfahren.

Dies bestätigte jetzt auch der ZDK:
„Von den anerkannten AU- beziehungsweise SP-Werkstätten werden im Zusammenhang mit den von ihnen durchgeführten amtlichen Fahrzeuguntersuchungen/-prüfungen Prüfgeräte/Messmittel selbst genutzt beziehungsweise in ihrer Funktion als Prüfstützpunkte den Prüfingenieuren der Überwachungsorganisationen zur Verfügung gestellt, die zum Beispiel der Eichpflicht unterliegen. Auf die fristgerechte Durchführung der vorgeschriebenen Prüfungen (Kalibrierung, Stückprüfung oder Eichung) dieser Prüfgeräte/Messmittel, insbesondere bei den Abgasmessgeräten und Manometern, wird im Zusammenhang mit der Anerkennung der Werkstätten – die in den meisten Bundesländern auf die Kfz-Innungen delegiert worden ist – besonderer Wert gelegt, da die Genauigkeit der verwendeten Prüfgeräte/Messmittel einen wesentlichen Faktor zum Erhalt der Qualität bei den amtlichen Fahrzeugüberwachungen darstellt“.

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