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»kfz-betrieb« Auto-Check: BMW 118i

| Autor: Wolfgang Michel

1,5 Liter Hubraum, 136 PS – der Dreizylinder-Turbomotor passt sehr gut zur Münchner Kompaktlimousine. Nur beim Verbrauch bekommt dieser Einser keine Eins.

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Mit über 25.000 Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten diesen Jahres fährt die 1er-Baureihe von BMW in Deutschland auch in ihrem zwölften Produktionsjahr noch in der Erfolgsspur.
Mit über 25.000 Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten diesen Jahres fährt die 1er-Baureihe von BMW in Deutschland auch in ihrem zwölften Produktionsjahr noch in der Erfolgsspur.
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Ob Exterieur oder Interieur – der BMW 118i des aktuellen Modelljahres hat nichts mehr mit dem Einser früherer Jahre gemein. Eine ganz wesentliche Veränderung hat zudem unter der Motorhaube stattgefunden. Arbeitete dort beispielsweise im Jahr 2007 ein modifizierter Vierzylindermotor mit 105 kW/143 PS und zwei Liter Hubraum, befindet sich hier jetzt ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 100 kW/136 PS.

Weder die sieben PS weniger noch der eingesparte Zylinder fallen auf, ganz im Gegenteil: Der Wagen beschleunigt deutlich sportlicher, der Twin-Turbomotor macht einen ausgezeichneten Job. Aber trotz der 500 cm3 weniger Hubraum ist der neue Dreizylinder seinem Vierzylindervorgänger in einem Punkt treu geblieben: Der vom Hersteller für den 118i angegebene Kraftstoffverbrauch ist weder mit dem Modell aus dem Jahr 2007 noch mit dem Modell aus dem Jahr 2016 zu erreichen.

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Heute gibt der Münchner Autobauer einen kombinierten Verbrauch von 5,3 Litern an, 2007 waren es 5,9 Liter. Leider ist das nur auf dem Papier eine große Verbrauchsreduzierung. Denn wie beim alten Vierzylinder- sind die Verbrauchswerte auch beim neuen Dreizylindermotor im realen Fahrbetrieb nicht zu erzielen. Der Bordcomputer zeigt zwar keine Acht mehr vor dem Komma an, aber die Sieben verschwindet selbst im Eco-Modus nicht.

Bekanntermaßen wird der tatsächliche Verbrauch neben dem Fahrstil auch vom Ausstattungsumfang beeinflusst. Der Testwagen hatte eine ganze Menge an Sonderausstattungen an Bord. Inwieweit diese den Verbrauch nach oben beeinflussen, lässt sich nicht im Detail sagen. Unabhängig davon sorgen Sportsitze (490 Euro), Lichtpaket (230 Euro), Rückfahrkamera (400 Euro) oder das Navigationspaket Connected-Drive (3.150 Euro) sowie viele weitere Sonderausstattungen für viel Komfort und machen die Fahrten mit dem Auto zum Genuss. Der Mehrverbrauch tritt so rasch in den Hintergrund.

Typischer Einser mit Genussfaktor

Apropos Genuss: Die mit dem Facelift weiter verfeinerte Designsprache ist ebenso gelungen wie die ansprechende Innenraumgestaltung. Das Auto hat im wahrsten Sinne des Wortes von allen Seiten gewonnen, ohne dabei seinen ursprünglichen und für den Einser typischen Charakter zu verlieren. Einsteigen, wohlfühlen, losfahren und nicht mehr aussteigen wollen – dieses Gütesiegel hat sich der Einser auf dem Fahrer- und Beifahrerplatz redlich verdient. Das Urteil der Fondpassagiere fällt kompaktklassenbedingt nicht ganz so positiv aus.

Ferner zählt der 118i Fünftürer mit einem Listenpreis von 25.100 Euro nicht gerade zu den preisgünstigen Autos in seinem Segment. 25.594 Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2016 belegen aber, dass die Einser-Baureihe immer noch viele Fans hat. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren verbuchte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im selben Zeitraum zwar noch 32.411 Einheiten. 2006 gab es aber weder den X1 noch eine 2er-Baureihe. Letztere hat die Einser-Baureihe in den ersten sieben Neuzulassungsmonaten diesen Jahres bereits um rund 6.000 Einheiten überholt. Und vom X1 gingen im gleichen Zeitraum zudem 16.151 neue Fahrzeugbriefe über die Schreibtische der Zulassungsstellen in Deutschland. Somit tritt die Einser-Kompaktlimousine mittlerweile nicht nur gegen Audi A3, VW Golf und Co. an, sie hat auch starke Wettbewerber im eigenen Haus.

Doch zurück zum 118i und einem abschließenden Fazit: Ob in der Stadt, über Land oder auf der Autobahn – dieser Einser mit seinem Dreizylinder an Bord hat gewiss seinen Preis. Wer bereit ist, ihn zu zahlen, erlebt aber auch viel Fahrfreude. Der Slogan im Verkaufsprospekt des Hersteller „Geben Sie Spaß“ entspricht im Gegensatz zu den Verbrauchsangaben in selbiger Broschüre absolut der Realität.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«