»kfz-betrieb«-Auto-Check: BMW 330i GT X-Drive

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Wenn ich groß bin, kaufe ich mir einen Panamera: Das könnten sich Fahrer des BMW 330i GT heimlich denken. Der wuchtige Fünftürer bietet viel Platz und gute Fahrleistungen.

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Ansichtssache: Der BMW 330i GT ist nicht aus allen Winkeln schön.
Ansichtssache: Der BMW 330i GT ist nicht aus allen Winkeln schön.
(Bild: Rosenow / »kfz-betrieb«)

Familien mit nicht zu vielen Kindern und nicht zu niedrigem Einkommen haben ein Luxusproblem: Welches Auto darf's denn sein? Allein im BMW-Programm ist die Auswahl schon groß genug: Neben dem klassischen Kombi der 3er-Reihe gibt es einen Van (Active Tourer) und ein SUV (X3). Wem diese drei Konzepte zu langweilig (Kombi), uncool (Van) oder unzeitgemäß (SUV) sind, der hat noch eine vierte Wahl: den Gran Turismo.

Unter dieser Bezeichnung läuft eine Schrägheck-Variante des 3er, die mit ihrer erhöhten Dachlinie und dem deutlich längeren Radstand viel mehr Platz im Innenraum bietet als die konventionelle Limousine oder der Kombi. Die große Heckklappe erleichtert zudem das Beladen.

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Die „Eleganz eines Coupés“, die BMW dem GT nachsagt, konnten wir in der langgestreckten Karosserie mit dem wuchtigen Heck zwar nicht entdecken, und auch der graue Lack des Testwagens weckte wenig Emotionen. Doch wenn man will, kann man im 3er GT einen kleineren Bruder des Porsche Panamera sehen, der ebenfalls ein wenig zu füllig daherkommt, aber trotzdem Ausstrahlung und Image genug bietet, um sich gut angezogen zu fühlen.

Starker Ottomotor mit Achtgang-Automatik

Der Testwagen kam mit einem heutzutage selten geworden, leistungsstarken Ottomotor zu »kfz-betrieb«. 330i – das Kürzel weckt Vorfreude. Doch der Tester weiß längst, dass auch bei diesem Modell kein Sechszylinder im Motorraum lauert. Nein, es ist der zum Standard gewordene turbogeladene und direkt eingespritzte Vierzylinder, immerhin mit ordentlich Leistung: 185 kW/252 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern stehen zur Verfügung.

Mit dem Allradantrieb X-Drive ist es kein Problem, diese Kraft auf den Boden zu bringen. Serienmäßig mit Achtgang-Automatik ausgestattet, erledigt das Modell den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,2 Sekunden. Wegen der vielen drehenden Teile und der hohen Masse (1.760 Kilogramm mit Fahrer) ertappt sich der Pilot trotzdem ab und zu bei dem Gefühl, dass es doch etwas mehr Power sein könnte. Aber das liegt auch an der gleichförmigen Leistungsabgabe ohne Turboloch, die das wahre Beschleunigungsvermögen verschleiert.

Dass der BMW seine Werksangaben zu Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit auch im wahren Leben erreicht, darf man mit guten Gründen erwarten. Beim Verbrauch sieht das traditionell anders aus. Doch gemessen am NEFZ-Wert von 6,7 Litern fällt der Testwert, ermittelt bei zügiger Autobahnfahrt, mit 8,3 Litern auf 100 Kilometern nicht übertrieben hoch aus.

Kniefreiheit und Kofferraum wie in einer Luxuslimousine

Der Allradantrieb, der extralange Radstand (110 Millimeter mehr als bei der Limousine) und der aktive Heckspoiler, welcher bei 110 km/h ausfährt, verleihen dem GT hohe Fahrstabilität. Er ist ein tolles Reiseauto, zumal Fondpassagiere einen Knieraum vorfinden, der so groß ist wie in einer Luxuslimousine.

Der Gepäckraum fasst 520 Liter. Die große, serienmäßig elektrisch betätigte Heckklappe erleichtert das Verstauen sperriger Güter. Die hinteren Sitzlehnen lassen sich um 19 Grad in der Neigung verstellen und können überdies im Verhältnis 40:20:40 umgeklappt werden; so erweitert sich der Stauraum auf bis zu 1.600 Liter. Das sind die Werte eines geräumigen Kombis.

Der Grundpreis des BMW 330i GT X-Drive beträgt 48.250 Euro. Die Baureihe ist ab 38.550 Euro zu haben. Wie schon gesagt: Ein stattliches Familieneinkommen ist Pflicht, wenn man sich für den GT interessiert. Aber das gilt ja für alle BMW-Modelle.

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