»kfz-betrieb« Auto-Check: Hyundai Tucson – Premiumwagen

Ausstattung rechtfertigt den Preis von 43.660 Euro

| Autor: Jan Rosenow

Der überarbeitete Hyundai Tucson ist seit Mitte 2018 im Handel.
Der überarbeitete Hyundai Tucson ist seit Mitte 2018 im Handel. (Bild: Rosenow / »kfz-betrieb«)

Die Lackierung ist das einzige, was den Hyundai Tucson etwas blass wirken lässt. Der Effektlack heißt White Sand Metallic, und bei Sonnenschein und mit etwas gutem Willen lässt sich vielleicht die Farbe des Wüstensands im Licht der Abendsonne erkennen – aber bei Schmuddelwetter sieht das jüngst modellgepflegte Kompakt-SUV doch etwas fade aus.

Die 610 Euro Aufpreis für den Mineral-Effektlack kann sich der Kunde also sparen – der Tucson ist in der höchsten Ausstattungslinie Premium schon teuer genug. 40.250 Euro stehen als Grundpreis im Katalog, wenn der Kunde den 1,6-Liter-Turbodiesel mit 100 kW/136 PS und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auswählt. Der Testwagen kam mit Allradantrieb, Hub-Schiebe-Dach und Lederausstattung auf stolze 43.660 Euro.

Für einen Hyundai? Ja, warum nicht? Mit seiner umfangreichen Ausstattung, der soliden Verarbeitung und dem modernen Design ist der Koreaner das Geld wert. In der Premiumvariante kommen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch einstellbare Vordersitze, ein Premium-Soundsystem von Krell, das schlüssellose Zugangssystem und eine elektrisch öffnende Heckklappe hinzu. Totwinkelassistent sowie ein Around-View-Monitor (AVM) für 360-Grad-Rundumsicht beim Einparken gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Neuer Diesel mit SCR-System erfüllt Euro 6d-Temp

Für den Antrieb sorgt ein neu entwickelter 1,6-Liter-Turbodiesel mit der Bezeichnung Smartstream, dessen Abgase ein SCR-System reinigt. Er erfüllt bereits heute die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Im Gegensatz zum stärkeren Zweilitermotor, der als Technologiedemonstrator mit einem 48-Volt-Mikrohybrid ausgestattet ist, bietet der Vierzylinder keine besondere Spartechnik (Diese soll aber später kommen; in den Tabellen mit den technischen Daten sind die entsprechenden Spalten bereits vorgesehen). Der Durchschnittsverbrauch ist mit 5,2 Litern auf 100 Kilometern angegeben, was 138 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht.

Der Diesel bietet gute Fahrleistungen, ist leise und interagiert harmonisch mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Kaum vorstellbar, dass der frei saugende Benziner, den Hyundai in dieser Leistungsklasse als Alternative anbietet, dem etwas entgegenzusetzen hat – vor allem in dem doch recht schweren SUV.

Der Innenraum ist hochwertig verarbeitet, wirkt aber in seiner ausschließlich schwarzen Farbgebung etwas trist. Hyundai verwendet im Cockpit nach wie vor klassische Zeigerinstrumente und viele Knöpfe, weshalb sich der Fahrer schnell im Wagen zurechtfindet. Navigation und Entertainment werden mit einem schnell reagierenden Touchscreen gesteuert. Lediglich das Lenkrad mit acht Drucktasten und vier Schaltwippen ist überfrachtet. Hier muss der Fahrer schon aufpassen, nicht statt der Lautstärke gleich den ganzen Sender zu wechseln.

SUV, Kombi oder Schrägheck – bei Hyundai hat der Kunde die Wahl

Auf knapp 4,50 Metern Länge – heute gehört so etwas ja noch zur Kompaktklasse – bietet der Tucson viel Platz im Innenraum und 513 Liter Gepäckvolumen. Natürlich wäre ein kompakter Kombi noch geräumiger und zudem leichter und strömungsgünstiger – aber die Volksseele ruft „SUV!“.

Immerhin bietet Hyundai mit dem i30-Kombi auch diese klassische Karosserieform an; und wer es etwas schicker mag, kann zum coupéhaften i30-Fastback greifen. Doch wenn es schon ein SUV sein soll, dann gehört der Tucson sicher zu den besten Angeboten seiner Klasse. Das weit gespreizte Modellprogramm beginnt bei der Variante Pure mit 1,6-Liter-Ottomotor und Frontantrieb zu 22.970 Euro.

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