»kfz-betrieb«-Auto-Check: Jeep Cherokee – mehr als nur ein SUV

Wertiger Geländegänger mit kleinen Schwächen

| Autor: Jakob Schreiner

Der Jeep Cherokee Overland kostet mit allen Extras 54.680 Euro.
Der Jeep Cherokee Overland kostet mit allen Extras 54.680 Euro. (Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Die meisten Fahrzeuge der Kategorie SUV mimen durch ihre hochgebockte Karosserie, große Räder und das ein oder andere optische Gimmick einen harten Offroader. Worauf es aber tatsächlich ankommt, sind die inneren Werte. Genau das unterscheidet den Jeep Cherokee Overland von seiner Konkurrenz.

Das in unserem Testwagen verbaute „Jeep Active Drive II“ ist ein aktives Allradsystem mit einem einstufigen Transfergetriebe inklusive Geländeruntersetzung und Berganfahrhilfe mit regelbarer Geschwindigkeit. Mit einem zusätzlichen Drehschalter lassen sich zudem die vier Fahrmodi „Auto“, „Snow“, „Sand/Mud“ und „Sport“ auswählen. Je nach Wahlmodus greifen dann im Hintergrund bis zu zwölf Regelsysteme ein, um dem Cherokee den optimalen Vortrieb zu gewähren. Hier ist definitiv nicht am Ende der geteerten Straße Schluss.

Neben den Features, die den Jeep zum echten Geländegänger machen sollen, gibt es aber auch jede Menge Komfortextras, mit denen der Cherokee aufwarten kann. So gibt es zum Beispiel eine Vielzahl an Fahrerassistenzsystemen – bei der Ausstattungsvariante „Overland“ übrigens alles bereits serienmäßig an Bord –, die dafür sorgen, dass der Fahrer des Offroaders in der Spur bleibt. Dazu gibt es weiße und überaus bequeme Nappaledersitze inklusive Klimatisierung, die dem Gesäß des Fahrers und Beifahrers schmeicheln. Dazu fühlt sich alles weich und angenehm an, sogar das Armaturenbrett ist beledert.

Die Schaltzentrale im Innenraum ist ein 8,4 Zoll großer Touchscreen, über den sich auch das Alpine-Sound-System steuern lässt. Das liefert einen durchaus kraftvollen Klang und ist gut auf das Fahrzeug abgestimmt. Ein Panorama-Glasdach gibt den Blick nach oben frei. Auch von außen hat der Cherokee Overland einige Extras zu bieten.

Vorne alles neu

In der Ausstattungsvariante rollte der Jeep serienmäßig auf 19-Zöllern daher, die trotz ihrer Größe in Relation zu den Radkästen fast schon mickrig wirken. Vorne gibt es jetzt LED-Scheinwerfer, die sich gut in die Frontpartie einfügen. Die haben die Amerikaner nach vier Jahren gründlich überarbeitet und deutlich weniger kontrovers gestaltet als die Vieraugen-Front des Vorgängers. Neu ist auch der geschlitzte Kühlergrill, der mit der Motorhaube verschmolzen ist. Die fängt übrigens bei Geschwindigkeiten über 120 Kilometern pro Stunde so zu wackeln an, dass wir während unserer Testfahrt angehalten haben, um zu überprüfen, ob sie korrekt verriegelt ist. Kein Einzelfall, wie man in einigen Foren nachlesen kann.

Unter der wabbeligen Haube hört man das nicht mehr wirklich zeitgemäße, harte Nageln des Dieselaggregats. Das hat seit dem Facelift nur noch vier statt zuvor sechs Töpfe, auf die sich das Volumen von 2,2 Litern aufteilt. Daraus mobilisiert die Neuentwicklung 143 kW/195 PS und bis zu 450 Nm. Die reichen zu jedem Zeitpunkt aus, um das über zwei Tonnen schwere Gefährt souverän zu bewegen. Die Neungangautomatik ist hier und da mal etwas träge, verrichtet aber an sich gute Arbeit.

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, nicht wirklich straff und schickt die ein oder andere Bodenunebenheit schon mal direkter zum Fahrer. Nichtsdestotrotz bekommt man mit dem Jeep Cherokee ein Fahrzeug, das nicht nur den alltäglichen Herausforderungen gewachsen ist, sondern seinen Besitzer auch im Gelände nicht im Stich lässt.

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