»kfz-betrieb« Auto-Check: Kia Soul – Was bin ich?

Autor: Jan Rosenow

Seit acht Jahren hält sich der kantige Koreaner nun schon auf dem Markt. Mit dem neuen 204-PS-Benziner wird er auf seine alten Tage noch einmal richtig flott – theoretisch.

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Die roten Zierstreifen kennzeichnen die Ausstattungsvariante Turbo des Kia Soul.
Die roten Zierstreifen kennzeichnen die Ausstattungsvariante Turbo des Kia Soul.
(Bild: Jan Rosenow)

Zum Trendsetter ist der Kia Soul in den acht Jahren seiner Modellgeschichte nicht geworden. Zwar gibt es mittlerweile viele Micro-SUVs und Crossover, aber das Design des Koreaners mit seiner aufrechten Front, der nach hinten abfallenden Fensterlinie und dem senkrechten Heck hat keine Nachahmer gefunden und ist auch heute noch einzigartig auf dem Markt.

Doch vielen Menschen gefällt vielleicht gerade das, und so hat sich der Soul über die Jahre eine Fangemeinde aufgebaut – sonst würde Kia ja auch nicht an ihm festhalten. Zum aktuellen Modelljahr wurde der Crossover erneut überarbeitet und erhielt eine neue Topmotorisierung – einen 150 kW/204 PS starken Ottomotor – sowie neue Sicherheits-, Komfort- und Infotainment-Features.

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Den starken Motor gibt es nur in der Ausstattungsvariante Turbo, die mit ihren roten Zierstreifen, dem Doppelauspuff und speziellen 18-Zoll-Rädern das expressive Äußere des Koreaners noch einmal betont. Doch dadurch kommt der grundsätzliche Zwiespalt, in dem der Soul gefangen ist, noch stärker zum Tragen als in den schwächer motorisierten Varianten. Denn mit seinem hohen Schwerpunkt und der typischen SUV-Statur lässt er sich bei Weitem nicht so sportlich bewegen, wie man angesichts der Leistungsangabe vermuten könnte. Der 1,6-Liter-Turbomotor wirkt trotz 265 Newtonmeter Drehmoment etwas schwach auf der Brust, vor allem bei niedrigen Drehzahlen. Mit dem serienmäßigen, komfortablen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist der Soul eher ein Cruiser als ein Sprinter.

Der Soul hat noch echte Knöpfe und Instrumente

Die sehr straffe Federung sorgt zwar für ein exaktes Fahrverhalten mit schneller Reaktion auf Lenkbewegungen, aber sie schränkt auch den Fahrkomfort spürbar ein. Weitere Vorteile des SUV-Konzepts, das gute Platzangebot und einen gut nutzbaren Kofferraum, kann der Soul leider auch nicht in vollem Umfang bieten. Zwar sitzen die Passagiere vor allem in der ersten Reihe sehr bequem auf hochwertigen, gut stützenden Sitzen, aber der Kofferraum ist für die Fahrzeugklasse schlicht zu klein.

Gut gelungen ist hingegen die Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes. Typisch Kia sind die beiden großen, klassisch gestalteten Rundinstrumente für Geschwindigkeit und Motordrehzahl, die es bei anderen Herstellern leider nur noch als Simulation auf einem Flüssigkristallbildschirm gibt. Viele Funktionen lassen sich ganz klassisch über Schalter ansteuern, sodass der Fahrer nicht den Blick von der Straße abwenden muss. Hochwertige Kunststoffe und Textilien sowie die klapperfreie Verarbeitung machen den Aufenthalt im Soul zur Freude, die roten Ziernähte sorgen für etwas optische Würze. Das JBL-Soundsystem überzeugt mit schönem und detailliertem Klang.

Das Smartphone lässt sich verbinden und nutzen

An Fahrerassistenzsystemen besitzt der Kia einen Spurhalte- und einen Spurwechselassistenten sowie eine Querverkehrserkennung. Der Multimediadienst Kia Connected Services, den das Navigationssystem serienmäßig beinhaltet, stammt vom Navigationsspezialisten Tomtom. Er umfasst unter anderem Verkehrsinformationen in Echtzeit und Wetterberichte. Für die Internetverbindung wird das Smartphone des Fahrers genutzt. Darüber hinaus verfügt das neue Navigationssystem über die Kommunikationsplattformen Android Auto und Apple Carplay, die kompatible Smartphones mit dem Infotainmentsystem des Kia Soul verbinden.

Der Kia Soul geht seinen eigenen Weg; nicht so sportlich und handlich wie ein normaler Kompaktwagen und nicht so geräumig wie ein SUV, dafür aber optisch eigenständig und gut verarbeitet. Ob es dafür den starken Turbomotor braucht, ist natürlich Geschmackssache. Der Kia Soul 1.6 T-GDI Turbo ist für einen Grundpreis von 28.390 Euro zu haben. Der Einstiegspreis in die Welt des Kia Soul liegt bei 16.990 Euro.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group