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»kfz-betrieb« Auto-Check: Mini Cooper Cabrio

Autor: Wolfgang Michel

Mit rund 6.000 Neuzulassungen nach sieben Monaten liegt das Mini Cabriolet auch 2017 voll auf Kurs. Bei unseren Testfahrten gab es leider einen Störfaktor – dafür konnte das Auto aber nichts.

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Mit rund 6.000 Neuzulassungen ist das Mini Cabriolet in den ersten sieben Monaten des ersten vollen Verkaufsjahrs erfolgreich unterwegs.
Mit rund 6.000 Neuzulassungen ist das Mini Cabriolet in den ersten sieben Monaten des ersten vollen Verkaufsjahrs erfolgreich unterwegs.
(Bild: Michel/»kfz-betrieb«)

Das blaue Mini Cabriolet mit seinen zwei weißen Streifen auf der Motorhaube passte perfekt zu den weißen Schleierwolken am stahlblauen Himmel. 26 Grad Lufttemperatur waren eine weitere ideale Bedingung für die erste Ausfahrt mit offenem Verdeck.

Seit nunmehr gut einem Jahr mischt sich das neue Cabriolet äußerst erfolgreich unter das automobile Volk. Von den im Jahr 2016 neu zugelassenen Minis waren immerhin 7.999 Cabriolets. Mit 5.917 Cabrios (Stand Juli) bei bisher insgesamt 27.318 Mini-Neuzulassungen fährt die offene Variante auch im laufenden Jahr für Hersteller und Händler auf der Erfolgsspur.

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Wir waren mit dem Modell 14 Tage unterwegs. Es ist lange her, dass der Autor zum letzten Mal überhaupt einen Mini gefahren hat. Mit einem Mini Cabriolet war er noch nie unterwegs.

Die erste Überraschung war, wie viele Minis mit oder ohne Verdeck einem entgegenkommen, wenn man selbst einen fährt. Die zweite Überraschung: Nicht der Autor fällte das erste Urteil über das Auto, sondern seine Tochter auf dem Beifahrersitz. Nach nur wenigen Metern Fahrt unter freiem Himmel stand für sie fest: „Der macht voll Spaß, echt cool. Den kaufe ich mir, wenn ich 18 bin.“ So viel dazu, dass junge Menschen kein Interesse mehr an Autos hätten, sondern nur noch an Smartphones und anderem digitalen Spielzeug. Selbstverständlich wurde von der Ausfahrt direkt ein Selfie-Video erstellt, um dem Freundeskreis via Social Media über die Ausfahrt zu berichten. Ob der Papa in diesem Film vorkommt, ist dem Fahrzeuglenker nicht bekannt, er war nicht auf dem Verteiler.

Apropos Spielzeug: Das Mini Cabriolet ist ein automobiles Spielzeug mit hohem Spaßfaktor. Rational lässt sich bei dem Kleinen nicht alles gutheißen. So hat das Auto zwar vier Sitzplätze, zu viert vergeht einem aber ganz schnell der Spaß. Es gibt auch einen Kofferraum – Koffer gehen da aber nicht hinein. Aber zu zweit und mit Rucksack anstatt Koffer ist der offene Flitzer richtig cool.

Spaß hat seinen Preis

Was soll der Autor nach dem Urteil seiner Tochter jetzt noch schreiben? Eigentlich ist alles gesagt – fast alles. Eine 15-Jährige interessiert sich logischerweise (noch) nicht für den Grundpreis von 24.600 Euro. Ebenso wenig für den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometern und schon gar nicht für die Sonderausstattungsliste des Testwagens. Für die helle Lederausstattung, das Navigationssystem, Sitzheizung, Windschutz, Regensensor, Klimaautomatik, Lichtpaket, Hifi-Lautsprechersystem werden viele zusätzliche Euros fällig.

Über 40 Sonderausstattungen zählte der Testwagen. Gibt man diese im Online-Konfigurator ein, schlagen am Ende rund 37.000 Euro zu Buche. Jedem, der jetzt denkt, manche Sonderausstattung bräuchte es vielleicht nicht, sei gesagt: Der Spaßfaktor steigt im Mini Cabriolet mit jedem Extra. Oder um es mit den Worten der Tochter zu sagen: „Tolles Soundsystem und schicke Ledersitze – coole Sache.“

Also sparen wir lieber an der Motorleistung, was den Fahrspaß keinesfalls trübt. Auch wenn es das Mini Cabrio als Cooper S mit 141 kW/192 PS (Basispreis: 28.600 Euro) sowie Mini John Cooper Works (Basispreis: 34.300 Euro) gar mit 170 kW/231 PS gibt – mit den 100 kW/136 PS ist das Mini Cooper Cabrio ausreichend gut motorisiert.

Und wo ist jetzt der eingangs erwähnte Störfaktor? Antwort: Schlechtes Wetter mag der Kleine ebenso wenig wie die Passagiere. Und wenn es in 14 Sommertagen gefühlt jeden Tag einmal regnet, hört der Spaß auf. Dem war zwar nicht wirklich so, aber Regentropfen sind hier definitiv fehl am Platz. Da hilft es auch nicht, dass das Textilverdeck innerhalb von 18 Sekunden schließt. Das ist zwar gut zu wissen, aber das Cooper Cabriolet will nun mal offen ausgefahren werden.

(ID:44836913)

Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«