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»kfz-betrieb« Auto-Check: Ssangyong Tivoli

| Autor: Wolfgang Michel

Das Einstiegs-SUV der südkoreanischen Marke bietet nicht nur ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – es überrascht auch mit seinen vielen kleinen Details.

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Der Tivoli ist unangefochtener Tabellenführer in der Ssanyong-Neuzulassungsstatistik. Das Auto ist das erste Modell, das seit der Fusion von Ssangyong und Mahindra & Mahindra neu vorgestellt wurde.
Der Tivoli ist unangefochtener Tabellenführer in der Ssanyong-Neuzulassungsstatistik. Das Auto ist das erste Modell, das seit der Fusion von Ssangyong und Mahindra & Mahindra neu vorgestellt wurde.
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Tivoli – Fußballfans fällt bei diesem Namen sofort das Stadion von Alemannia Aachen ein. Der ehemalige Bundesligist spielt heute in der Regionalliga. Ssangyong sieht seinen Tivoli alles andere als in der Regionalliga. In Sachen Namensvorlage denkt der Autohersteller international. Unter anderem an die italienische Stadt Tivoli mit ihrer weltbekannten Parkanlage der Villa d’Este nahe Rom sowie den ebenfalls sehr bekannten Vergnügungs- und Erholungspark in Kopenhagens Innenstadt.

Von einer solchen Bekanntheit träumt der Tivoli aus Korea derzeit zwar noch, jedoch ist das SUV für das Fabrikat in Deutschland bereits Tabellenführer. Bis Ende Mai verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt (KBA) 598 Neuzulassungen. Der Tivoli-Anteil an den Gesamtzulassungen des Fabrikats liegt nach den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 bei 43,9 Prozent. Somit hat sich das Auto in nur wenigen Monaten zum absatzstärksten Modell der Marke entwickelt.

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Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch an den ersten Marktstart von Ssangyong in Deutschland. In den Neunzigerjahren kam bei den koreanischen Geländewagen unter anderem Motorentechnik von Mercedes-Benz zum Einsatz. Seitdem ist er keinen Ssangyong mehr gefahren. Umso größer war die Überraschung während der Tivoli-Ausfahrten. Der Testwagen in der Ausstattungsvariante „Sapphire“ war mit Allradantrieb, 1,6-Liter-Dieselmotor und Sechsgangautomatik ausgestattet. Im metallicroten Auto mit schwarzem Dach (26.990 Euro) war abgesehen vom optionalen Schiebedach (1.000 Euro) alles an Bord, was der Hersteller zu bieten hat. Für das Tom-Tom-Navi werden 600 Euro fällig, der Metalliclack kostet 500 Euro Aufpreis.

Die Zweizonen-Klimaautomatik sowie beheizbare Vordersitze verbucht man heutzutage noch als selbstverständlich. Überraschend umfangreich war hingegen die übrige Ausstattung: elektrisch verstellbarer Fahrersitz inklusive Sitzbelüftung, sehr griffiges und beheizbaren Multifunktions-Lederlenkrad, Lederausstattung mit weißen Nähten, Keyless-Go mit Start-/Stopp-Knopf, LED-Tagfahrlicht, drei Modi für die Lenkung, drei Modi für das Automatikgetriebe, Rückfahrkamera, Tempomat, Regensensor und schwarze 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie viele weitere kleine Details.

Öffentlichkeitsarbeiter für die Marke

Das Auto überrascht nicht nur in Sachen Ausstattung, es fährt sich zudem erstaunlich gut. Ob in der Stadt, über Land oder auf der Autobahn – der 1,6-Liter-Dieselmotor (85 kW/115 PS) verhält sich allerorten angenehm ruhig. Die Schaltvorgänge des Automatikgetriebes verspürt man nicht. Leise geht es im Innenraum zu. Hier klappert nichts, die Windgeräusche sind selbst bei Autobahnfahrten im grünen Bereich. Der Kraftstoffverbrauch schafft das nicht ganz. Er betrug zwischen 6,7 und 7,7 Liter und lag damit über dem vom Hersteller angegebenen kombinierten Wert von 5,9 Litern.

Zugegeben, wir waren mit dem Wagen unter anderem auf der A7 sehr flott unterwegs. Auf regennasser Fahrbahn lag der Tivoli immer gut in der Spur, Bremsen und Fahrwerk verrichteten eine ausgezeichnete Arbeit – der Regensensor im Zusammenspiel mit den Wischern ebenso.

Fazit: Nach wie vor ist die Automarke Ssangyong nicht vielen Autofahrern bekannt. Jedoch hat der Hersteller mit dem Tivoli jetzt einen hervorragenden Öffentlichkeitsarbeiter im Team. Jetzt gilt es, weiter möglichst viel Überraschungsmomente zu erzielen. Dazu müssen der Importeur und die über 200 Händler die Menschen zur Probefahrt bewegen. Der Tivoli hätte den weiteren Aufstieg in der KBA-Zulassungstabelle verdient.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«