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»kfz-betrieb« Auto-Check: Suzuki Celerio AGS

| Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Japanische Automobilhersteller sind schon seit Jahrzehnten stark im Kleinwagensegment und behaupten sich mit zuverlässiger Technik gegen den Wettbewerb. Kann der Celerio an die Erfolge von Alto, Splash und Co. anknüpfen?

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Unauffälliges Design, das auch von VW sein könnte. Fünf Euro für silbern gefärbte Blinklämpchen sollte allerdings jeder Celerio-Besitzer investieren.
Unauffälliges Design, das auch von VW sein könnte. Fünf Euro für silbern gefärbte Blinklämpchen sollte allerdings jeder Celerio-Besitzer investieren.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

In der Hall of Fame automobiler Stilikonen wird der Celerio wohl nicht einparken. Unter dem schnörkellosen Blechkleid mit der etwas zu dicken Nase erwartet den Fahrer kein Technikfeuerwerk; einzig in das „Eco+“-Paket hat Suzuki ein Start-Stopp-System als aktuelle Technikkomponente hineingepackt. Allerdings gibt es das nur für den Handschalter und nicht in unserer Testwagen-Variante mit dem automatisierten Schaltgetriebe. Hat der Käufer dieses mitgeordert, feiern die späten Neunziger endgültig fröhliche Urständ im Celerio.

Hartplastik, wohin das Auge blickt, ein sparsam designtes Armaturenbrett ohne optische Glanzpunkte – und ein Schaltkomfort wie in den Smart der ersten Baujahre. Einen entschlossenen Tritt aufs Gaspedal quittiert der Celerio mit einem deutlichen Leistungsloch des Dreizylinders und nachfolgendem Schaltruck. Mit dieser Lastwechselreaktion lässt er seinen Fahrer bei jedem Schaltvorgang höflich nicken.

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Trotzdem überzeugt Suzukis Kleiner sehr schnell mit seinen Qualitäten. Vorne haben Fahrer und Beifahrer viel Platz und Kopffreiheit, das relativ hohe Dach gewährt auch größeren Hinterbänklern eine aufrechte Sitzposition. Einmal in Bewegung, kann das Fahrwerk des Autos durchaus überzeugen; selbst starke Querwellen und ausgeprägte einseitige Unebenheiten schluckt die Federung klaglos weg.

In schnell gefahrenen Kurven bieten die Sitze nur wenig Seitenhalt, dafür erweisen sie sich auf Langstecken als erstaunlich bequem, ganz ohne „Lordosenschnickschnack“ und variablen Sitzlängen oder Breitenverstellung. Leider gibt es keine Sitzheizung, so muss die schnell ansprechende Heizung allein für behagliches Reisen sorgen.

Mit nur 9,4 Metern Wendekreis schlüpft der 3,6 Meter kurze Celerio in fast jede Parklücke; hier punktet das etwas altbackene Design mit guter Übersichtlichkeit, auch nach hinten. So fällt das Fehlen einer (optional erhältlichen) Einparkhilfe fast nicht auf.

Schmal, aber oho!

Auf der Autobahn macht der kleine Cityflitzer ebenso eine durchaus gute Figur. Dies kann man ganz wörtlich nehmen, denn in bester japanischer Kei-Car-Tradition ist er mit Außenspiegeln nur 1,85 Meter breit – in Autobahnbaustellen einen Laster zu überholen, gelingt auch ungeübten Fahrern ohne Schweißperlen auf der Stirn. Geht es am Baustellenende dann frei dahin, reicht der Tacho nicht aus. Suzuki skalierte ihn nur bis 180 km/h, das übertrifft der Kleine aber mit etwas Anlauf locker. Den Rausch der Geschwindigkeit trübt die nur mittelmäßige Audioanlage nicht – sie wird deutlich von den Fahrgeräusche übertönt.

Die schmale Front hilft auch an der Tankstelle: Selbst bei fordernder Fahrt im redaktionellen Alltag gelang es nicht, den Verbrauch des Dreizylinders über 5,6 Liter zu treiben. Und das nickt der Fahrer wiederum gerne ab.

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