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»kfz-betrieb« Auto-Check: Suzuki Grand Vitara

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Harter Knochen aus Hamamatsu: Am Suzuki Grand Vitara ist die Verweichlichung des Geländewagens spurlos vorübergegangen.

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Mehr Gelände wagen: Der Suzuki Grand Vitara ist ein Allradler der alten Schule.
Mehr Gelände wagen: Der Suzuki Grand Vitara ist ein Allradler der alten Schule.
(Foto: Rosenow)

Glanz und Elend der japanischen Automobilindustrie lassen sich an kaum einem Modell so gut ablesen wie am Suzuki Vitara. Als er 1988 auf den Markt kam, war er ein Trendsetter. Er zeigte als eines der ersten Autos überhaupt, dass ein Geländewagen auch schick aussehen und stadttauglich sein kann – das Kompakt-SUV war geboren. Wie sich beispielsweise VW damals diese Fahrzeugklasse vorstellte, zeigte der Golf Country.

Heute, 25 Jahre und gerade einmal zwei Modellwechsel später, trägt der Vitara den Vornamen Grand und läuft auch schon wieder acht Jahre lang nahezu unverändert vom Band. Mit längs eingebautem Motor, sperrbarem Mittendifferenzial und Geländeübersetzung ist er nach wie vor einem echten Geländewagen näher als die von soften Typen wie VW Tiguan und BMW X1 angeführte Konkurrenz. Das beschert ihm ein beachtliches Klettertalent, aber davon abgesehen hat er den Anschluss an die Entwicklung in der Klasse längst eingebüßt – vom der Platzierung in der Verkaufshitliste gar nicht zu reden.

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Speziell der Ottomotor scheint einem früheren Zeitalter zu entstammen: Als klassischer Saugmotor muss er sich trotz 2,4 Litern Hubraum redlich mühen, den schweren und hochbeinigen Allradler in Schwung zu bekommen. Das lang übersetzte Fünfganggetriebe mit seinen weit gespreizten Stufen hilft ihm dabei nicht wirklich auf die Sprünge. Immerhin ist der Big Block recht laufruhig, und mit zehn Litern auf 100 Kilometern bei flotter Autobahnfahrt erreicht auch der Verbrauch keine ausufernden Werte. Die allermeisten Kunden dürften sich trotzdem für den alternativ angebotenen Diesel entscheiden, der mit seinem starken Drehmoment besser zu dieser Fahrzeugklasse passt.

Die unpraktische Hecktür stört beim Beladen

Die Hecktür ist beim Beladen im Weg Das Platzangebot im Innenraum und das Stauvolumen können sich im Klassenvergleich sehen lassen. Unpraktisch ist jedoch die rechts angeschlagene Kofferraumtür, die beim Öffnen sehr viel Platz braucht und beim Beladen im Weg ist, wenn man rechts am Straßenrand parkt. Daran sieht man, dass der Grand Vitara aus einem Land mit Linksverkehr kommt. Das riesige, außen befestigte Ersatzrad verlängert das Auto zusätzlich und sollte beim Einparken berücksichtigt werden.

Auch wenn im Rahmen der Testfahrten keine echten Geländeprüfungen anstanden, scheint der Grand Vitara mit seinen technischen Anlagen dafür gut gerüstet zu sein. Per Drehschalter kann der Fahrer zwischen Allradantrieb, gesperrtem Mittendifferenzial und zusätzlicher Geländeübersetzung wählen. Mit ordentlich Bodenfreiheit und recht kurzen Überhängen zeigt auch die Karosserie die Erfahrung der Japaner beim Bau von Geländewagen. Die Grenze des Vorankommens setzen eher die Reifen. Die serienmäßig aufgezogenen Bridgestone Dueler H/T sind zwar ansatzweise offrad-tauglich, aber gerade auf losem Schotter nicht sehr traktionsstark.

Fazit: Suzuki ist sich mit der aktuellen Generation des Grand Vitara treu geblieben. Der Familienkonzern aus Hamamatsu bietet mit diesem Modell einen klassischen Geländewagen im Kompaktformat an, der sich optisch zwar an die modischen SUV angenähert hat, technisch aber deutlich rustikaler daherkommt. Mit dem lustlosen Benzinmotor und dem uninspirierten Innenraumdesign kann er mit Konkurrenten wie dem Tiguan aber nicht mithalten, und seit es den Dacia Duster gibt, wirkt auch sein Preis von mindestens 25.790 Euro nicht mehr so attraktiv. Suzuki hat bereits reagiert und bietet mit dem SX4 S-Cross einen deutlich Pkw-ähnlicheren Allradler an.

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