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Autogipfel Kfz-Gewerbe profitiert von den Zusagen des Bundes

Autor: Doris Pfaff

Die Ergebnisse des Autogipfels von Dienstag bewertet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) grundsätzlich positiv. Vor allem von der Verlängerung der E-Prämie profitiere das Kfz-Gewerbe sehr stark. Zudem sieht der Verband eine andere Forderung erfüllt.

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Die Möglichkeit, Akkus zu laden, soll vor allem auch an den üblichen Tankstellen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ausgebaut werden.
Die Möglichkeit, Akkus zu laden, soll vor allem auch an den üblichen Tankstellen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ausgebaut werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Von der Verlängerung der Innovationsprämie wird das Kfz-Gewerbe weiterhin sehr stark profitieren. Gut ist auch, dass das jetzt schon entschieden wurde. Denn das bietet den Kunden Planungssicherheit.“ So laut das Fazit von Christoph Stricker vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zu den Ergebnissen des jüngsten Autogipfels. Offen sei noch, wie das angekündigte zweistufige Verfahren umgesetzt werde. „Diese Informationen müssen wir bald bekommen.“

Auch in weiteren Punkten wirke sich das beim vierten Autogipfel beschlossene Konjunkturpaket in Höhe von rund drei Milliarden Euro positiv auf die Autobranche aus. Durch die Förderung in die Ladeinfrastruktur werde die E-Mobilität vorangebracht, denn ohne ein weit ausgebautes Ladenetz, werden sich Stromer schwieriger absetzen lassen.

Grundsätzlich positiv sei auch die Abwrackprämie für Lkw zu bewerten, weil die Förderung technologieoffen sei und auch Verbrenner fördere. Als richtungsweisend könne laut Stricker auch die Zusage der Bundesregierung an die Teilnehmer des Autogipfels gewertet werden, dass zukünftig auch E-Fuels bei der Berechnung der CO2-Bilanz berücksichtigt werden könnten. Ende Oktober hatte sich ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn dafür beim Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin eingesetzt.

Die für das Kfz-Gewerbe relevanten Ergebnisse des Autogipfels:

Verlängerung der Innovationsprämie bis 2025

Die seit Juni 2020 geltende Innovationsprämie mit Verdoppelung des Bundesanteils am Umweltbonus für (hybrid-)elektrische Fahrzeuge läuft nicht Ende 2021 aus, sondern wird in zwei Stufen bis Ende 2025 verlängert. Dazu stellt der Bund nochmal eine Milliarde Euro zur Verfügung, sodass der der gesamte Fördertopf mehr als fünf Milliarden Euro beträgt. Für 2020 stehen 790 Millionen Euro und für 2021 werden laut Bundeswirtschaftsministerium zunächst 1,6 Mrd. Euro an Bundesmitteln für den Umweltbonus (inkl. Innovationsprämie) zur Verfügung stehen.

Aufstockung des Flottenerneuerungsprogramms Sozial & Mobil

Der Fördertopf für das Flottenerneuerungsprogramm Sozial & Mobil soll aufgestockt werden. Das Förderprogramm beinhaltet eine zusätzliche Kaufprämie für Elektrofahrzeuge im Gesundheits- und Sozialwesen und ist seit dem 16. November 2020 mit der Innovationsprämie kombinierbar.

Abwrackprämie für Lkw / Förderung von Trailer-Technologien

Um auch schwere Nutzfahrzeuge sauberer zu machen, wird eine nationale Abwrackprämie aufgelegt, die eine Anschaffung eines fabrikneuen Lkw mit Elektro-, Wasserstoff- oder konventionellem Antrieb der Abgasstufe Euro VI fördert, wenn gleichzeitig ein Lkw der Abgasstufe III, IV oder V verschrottet wird. Dazu stellt der Bund eine Milliarde Euro zur Verfügung, je 500 Millionen Euro für gewerbliche und öffentliche Beschaffung. Die emissionsfreien Antriebsarten werden dabei höher gefördert als konventionelle Antriebe. Zudem werden Trailer-Technologien berücksichtigt, die zur Effizienzsteigerung beitragen (z.B. Reifenluftmessung).

Verstärkung des Ausbaus von Ladeinfrastruktur

Ein einheitliches Bezahlsystem an Ladesäulen in Deutschland wird zurzeit abgestimmt und bald beschlossen. Neben dem aktuellen KfW-Programm zur Errichtung privater bzw. nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur, sollen bis Ende 2021 zusätzlich 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte geschaffen werden, um den Bedarf zukunftsorientiert mit 72.000 zur Verfügung stehenden öffentlichen Ladepunkten abzudecken – die von der Automobilindustrie zugesagten 15.000 Ladepunkte sind hierbei einkalkuliert.

Zudem gibt es Vorgaben für Tankstellenbetreiber zum Ausbau von Schnellladeinfrastruktur mit mindestens 150kW:

  • Bis Ende 2022: Schnellladeinfrastruktur an mindestens 25 % aller Tankstellen
  • Bis Ende 2024: Schnellladeinfrastruktur an mindestens 50 % aller Tankstellen
  • Bis Ende 2026: Schnellladeinfrastruktur an mindestens 75 % aller Tankstellen

Bis 2022 stehen laut ZDK Fördergelder zur Verfügung, anschließend droht die Bundesregierung bei Nicht-Erreichen des Ziels mit einer gesetzlichen Versorgungsauflage für Tankstellenbetreiber.

(ID:47000557)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik