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266721, 268764, Kia-Händlerverband: Es fehlt an Professionalität im Aftersales

| Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Die Partner der koreanischen Marke sehen einige Baustellen in der Zusammenarbeit mit dem Importeur. Vor allem im Aftersales, aber auch bei den Vertriebsprogrammen wünschen sich die Kia-Händler Verbesserungen.

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Vorsitzender Andreas Jansen forderte vom Importeur eine „vernünftige Vertriebspolitik“.
Vorsitzender Andreas Jansen forderte vom Importeur eine „vernünftige Vertriebspolitik“.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Kia-Händler blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück. Von der Abwrackprämie habe die Kia-Organisation gut profitieren können, bilanzierte Andreas Jansen, Vorsitzender des Kia-Händlerverbands, am Samstag auf der Jahreshauptversammlung in Hannover. „Aber auf gute Zeiten folgen oft anstrengende Zeiten, und das Umfeld wird sicherlich nicht besser“, sagte Jansen im Hinblick auf die immer noch angespannte wirtschaftliche Lage und die Herausforderungen des Jahres 2010.

Der deutsche Pkw-Markt sei auf Kurs, die von Experten erwarteten, 2,7 bis 2,8 Millionen Einheiten zu erreichen. Auch die Kia-Zahlen seien im Plan. Jansen kritisierte jedoch das aktuell stark auf Neuzulassungen ausgerichtete Vertriebsprogramm der Marke. Kia hat im März ein Zusatzprogramm mit Zielen von 170 Prozent aufgelegt. „Wer bereits einen hohen lokalen Marktanteil hat, kann das nicht erreichen“, so Jansen.

Er appellierte an die Händler, sich nicht von einem Zielerfüllungswahn anstecken zu lassen. Ein hoher Bestand an Tageszulassungen sei gefährlich. „Offenbar sind Zulassungszahlen und Marktanteile wichtiger als eine vernünftige Vertriebspolitik“, monierte Jansen. Die hohen Ziele erklärten sich auch damit, dass es derzeit viele Open Points im Netz gebe. Hier müsse der Importeur Abhilfe schaffen.

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Baustellen im Aftersales

Kia-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bade verwies darauf, dass Händler bereits bei 100 Prozent Zielerreichung die volle Marge erhielten. Auch andere Marken arbeiteten ähnlich. „Wenn andere das machen, können wir uns da nicht ausnehmen. Wir können uns nicht vom Markt verabschieden“, sagte Bade. Er kündigte zudem an, dass Kia noch in diesem Jahr 50 Standorte neu besetzen will und betonte, dass der Importeur dazu vor allem auch mit bestehenden Partnern über zusätzliche Filialen sprechen will. 2011 sind weitere 50 neue Standorte geplant.

Viel zu tun gibt es laut Jansen im Aftersales: „Dort fehlt es häufig an Professionalität.“ Der Verbandschef beklagte unrealistische Arbeitswerte und die schlechten Bruttoerträge bei Garantieteilen. Zudem forderte er eine zuverlässigere und besser erreichbare technische Hotline und rechtzeitige Technikschulungen vor Modelleinführungen. Jansen bemängelte, dass die Kommunikation mit dem Importeur vor allem im Aftersales-Bereich zu wünschen übrig lasse.

Positives hatte der Verbandsvorsitzende zu den Re-Importen zu berichten. KMD habe Wort gehalten und arbeite zusammen mit KME an der Eindämmung des Graumarkts. Von Januar bis Mai betrug die Quote laut Thomas Bade kumuliert 13 Prozent. Ohne den Ceed, mit dem sich einige Re-Import-Spezialisten stark eingedeckt hätten, komme man sogar auf unter sieben Prozent. „Das sind noch nicht die anvisierten fünf Prozent, aber immerhin ein Fortschritt“, sagte Jansen.

Umsetzung der neuen CI mit Augenmaß

Noch dieses Jahr will Kia mit einer neuen Signalisation und neuen Innenraum-CI-Elementen starten. Die Marke möchte künftig weltweit mit einem einheitlichen Auftritt glänzen. Der erste Pilotbetrieb ist kürzlich in China eröffnet worden. Bade betonte, bei der Umsetzung „mit Augenmaß“ vorgehen zu wollen.

Für 2011 gab der Geschäftsführer das Ziel aus, mehr als 40.000 Kia-Fahrzeuge in Deutschland zu verkaufen. Er rechne damit, dass der Markt um zehn Prozent wachsen werde. Der Rest der geplanten Steigerung gegenüber 2010 soll durch die neuen Produkte generiert werden.

So bringt Kia im Mai 2011 den neuen Picanto und etwa zeitgleich den Nachfolger des Magentis, der in außereuropäischen Märkten bereits als Optima bei den Händlern steht. Im Moment gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob das Modell auch als Kombi gebaut wird. „Die Chance steht bei über 50 Prozent“, sagte Bade. Im September schließlich folgt mit dem Nachfolger des Rio ein weiteres Volumenmodell.

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