Kia-Händlerverband: Offene Fragen zum Bonussystem

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Besser als sein Ruf, aber nicht zu Ende gedacht: So lautete das Fazit des Kia-Händlerverbands zum neuen Bonussystem. Vorsitzender Andreas Jansen zog zum letzten Mal für den Verband Bilanz, bevor er sein Amt abgab.

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Führungswechsel beim Kia-Händlerverband: Andreas Jansen (links) übergab das Amt des Vorsitzenden an Dirk Riemann.
Führungswechsel beim Kia-Händlerverband: Andreas Jansen (links) übergab das Amt des Vorsitzenden an Dirk Riemann.
( Foto: Wehner )

Das neue Bonussystem und die damit verbundenen Neuerungen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Verbands der Kia-Händler und Kia-Servicepartner Deutschland, die am vergangenen Wochenende in Potsdam stattfand. Gleichzeitig gab es einen Führungswechsel im Verband: Vorsitzender Andreas Jansen kandidierte bei den turnusgemäßen Neuwahlen nicht mehr für den Vorstand.

„Das neue Bonussystem ist unausgegoren und nicht zu Ende gedacht. Viele Fragen sind offen geblieben“, kommentierte der scheidende Verbandsvorsitzende die Veränderungen. Das System sei insgesamt jedoch besser als sein Ruf. Allerdings empfehle der Händlerverband, aufgrund der vielen ungeklärten Punkte unter Vorbehalt zu unterschreiben.

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Jansen kritisierte, dass der Händlerverband nicht frühzeitig in die Entwicklung des neuen Systems eingebunden war. Bei anderen Marken sei das üblich. „Das System muss vom Handel getragen werden“, sagte Jansen. Dazu müsse der Importeur aber im Vorfeld mit seinen Partnern sprechen.

Kia braucht motivierte Händler

Auch im Allgemeinen spreche der Importeur zu wenig mit dem Händlerverband. So sei die Verbandsführung seit Beginn der Amtszeit von Martin van Vugt erst einmal in die Frankfurter Kia-Zentrale eingeladen worden – zur Präsentation des neuen Bonussystems. Das sorge nicht unbedingt für Motivation im Handel. „Aber ohne motivierte Kia-Partner können wir die avisierten Wachstumsziele nicht erreichen“, so der Vorsitzende. Kia will 2016 in Deutschland 100.000 Autos verkaufen.

In diesem Kontext kritisierte Jansen die teilweise sehr langen Lieferzeiten und forderte mehr Unterstützung vom Importeur: „Hier muss Kia Geld in die Hand nehmen, um die Kunden erst einmal hinzuhalten.“

Auf einem zu hohen Niveau seien die Tageszulassungen. „Meine Zahl des Monats heißt 44,1“, sagte Jansen. Das sei der prozentuale Anteil von Händlerzulassungen an den rund 3.600 Kia-Neuzulassungen im Mai. Er warnte die Händler vor diesem Instrument. Es gebe kaum etwas gefährlicheres als einen Tageszulassungsbestand, der jeden Tag älter werde und Geld koste. In diesem Zusammenhang griff Jansen eine Metapher von Kia-Deutschland-Chef Martin van Vugt auf: „Das ist, als wenn der Sternekoch 3.600 Sternemenüs hat und 1.600 davon stellt er erst einmal in die Ecke und wärmt sie später in der Mikrowelle auf“, sagte Jansen. Van Vugt hatte die Modellpalette von Kia mit einem Sternemenü verglichen, das man nicht in einer Frittenbude verkaufen könne. Das hatte für Unmut gesorgt.

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