Volkswagen Konzern verharrt in der Absatzkrise

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Während intern und im Aufsichtsrat um Wege aus der Krise gerungen wird, verschärft sich die Lage spürbar. Im zweiten Quartal sind die globalen Verkaufszahlen nochmals um 9 Prozent gesunken. Aber der Negativtrend hat nicht alle Marken erfasst.

Der Volkswagenkonzern sucht nach Wegen in die Zukunft, während die Verkaufszahlen drastisch einbrechen.(Bild:  Volkswagen AG)
Der Volkswagenkonzern sucht nach Wegen in die Zukunft, während die Verkaufszahlen drastisch einbrechen.
(Bild: Volkswagen AG)

Der VW-Konzern leidet weiter unter schwachen Verkaufszahlen, vor allem in China. Weltweit drückte die dortige Marktlage die Zahl der Auslieferungen in den Monaten April bis Juni auf nur noch 2,08 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken, fast 9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Der Rückgang fiel damit noch etwas stärker aus als im Quartal davor. Von Januar bis März stand ein Minus von 4 Prozent.

Bei der Kernmarke Volkswagen gingen die Auslieferungen sogar um 14 Prozent nach unten auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Nicht ganz so schlecht war die Entwicklung bei Audi. Die Auslieferungen der Ingolstädter sanken um 8,2 Prozent auf 367.139 Fahrzeuge, wie das Unternehmen mitteilte. Vor allem in China und den USA läuft es für die Konzerntochter schlecht. Audi setzt damit seinen Abwärtstrend fort. Noch im zweiten Quartal 2023 hatte der Teilkonzern fast eine halbe Million Autos ausgeliefert. Seither ging es nun dreimal klar nach unten. Immerhin weisen die Auftragseingänge in Westeuropa nach oben: Sie lagen 7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und setzten damit ihren Wachstumskurs fort. Besonders beliebt waren die Modelle Audi Q3 und Audi A6 e-tron.

Skoda setzt dagegen den jüngsten Aufwärtstrend fort. Die Tschechen setzten im zweiten Quartal 283.800 Einheiten ab, das waren 4,8 Prozent mehr als im Zeitraum des Vorjahres. Ähnliche legte VW Nutzfahrzeuge zu (+4,7 %). Die spanische Tochter Seat/Cupra kann sich dagegen nicht völlig dem Negativtrend entziehen. Die globalen Verkaufszahlen sanken um ein Prozent auf 154.400 Einheiten.

Porsche hatte bereits einen Rückgang um 16 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr gemeldet. Im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 18 Prozent auf noch 61.300 Sport- und Geländewagen. Skoda meldete dagegen fast 5 Prozent Plus auf knapp 284.000 Autos.

Schwaches China-Geschäft belastet

In China, wo Volkswagen mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kämpfen hat, brachen die Verkäufe um mehr als ein Drittel ein – auf nur noch 424.300 Fahrzeuge. Die Situation dort bleibe herausfordernd, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut. Der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung habe sich VW nicht entziehen können – „trotz erster positiver Impulse unserer dort neu eingeführten, lokal entwickelten Elektrofahrzeuge“.

Besser lief es dagegen in Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von Präsident Donald Trump leiden: 242.000 Autos wurden dort ausgeliefert, fast 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Minus im ersten Quartal konnte damit aber noch nicht ausgeglichen werden.

Zulegen konnte der Konzern in Europa: In Westeuropa wurden gut 900.000 Fahrzeuge ausgeliefert, knapp 2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den E-Autos lag das Plus europaweit sogar bei knapp 6 Prozent auf gut 200.000 Fahrzeuge.

Nachfrage nach E-Autos steigt

Positiv entwickelte sich den Angaben zufolge auch der Auftragseingang für die E-Autos. Für die neuen Elektro-Einstiegsmodelle von VW, Skoda und Cupra wie den ID.Polo lägen bereits mehr als 54.000 Bestellungen vor, sagte Schubert. „Das liegt deutlich über unseren Erwartungen.“ Der Auftragsbestand vollelektrischer Fahrzeuge in Europa habe sich gegenüber Ende vergangenen Jahres insgesamt um mehr als 50 Prozent erhöht. Fast ein Drittel des Auftragsbestandes in Europa entfalle inzwischen auf reine Batterieautos.

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