i-Kfz Kritik am neuen KBA-Standard für die Datenübermittlung

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Zum 1. September führt das KBA einen neuen Standard ein, der gewerbliche Nutzer der Großkundenschnittstelle (GKS) für i-Kfz betrifft. Das könnte Störungen und Systemausfälle zur Folge haben, fürchtet der Kölner Dienstleister Premiumzulasser.

Das KBA in Flensburg. (Bild:  KBA)
Das KBA in Flensburg.
(Bild: KBA)

Die geplante Einführung des neuen Datenübermittlungsstandards XKfz 6.0 zum 1. September 2026 sorgt im Kfz-Zulassungswesen für Unruhe. Der Kölner Dienstleister Premiumzulasser fürchtet erhebliche Störungen und hält das zeitliche Verfahren des zuständigen Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) für zu knapp kalkuliert.

Im Zentrum der Kritik steht die fehlende Information für gewerbliche Nutzer der Großkundenschnittstelle (GKS), über die Autohäuser, Flottenbetreiber und Zulassungsdienste ihre Vorgänge digital abwickeln. „Noch wissen wir nicht, was da auf uns zukommt. Von Planungssicherheit kann gut drei Monate vor dem Launch keine Rede sein“, erklärt Florian Cichon, Vorstandsvorsitzender der Premiumzulasser eG. Die Genossenschaft bündelt rund 60 Zulassungsbetriebe und verantwortet nach eigenen Angaben bis zu 30 Prozent der über die GKS eingereichten Vorgänge.

Alte Version ist hinterher nicht mehr gültig

Besonders kritisch bewerten die Premiumzulasser die fehlende Abwärtskompatibilität des neuen Standards. Anders als bei gängigen Software-Updates werde es keine Übergangsphase mit paralleler Nutzung der bisherigen Version geben. Sollte die Umstellung also nicht reibungslos funktionieren, drohten erhebliche Störungen im operativen Geschäft. „Dann stehen wir alle im Dunkeln“, so Cichon.

Um sich darauf vorzubereiten, fordert Cichon künftig frühzeitige, verbindliche Informationen über Änderungen, die Auswirkungen auf die Dienstleister haben. Denn für die Anpassung der eigenen Software kalkulieren die Premiumzulasser je nach Anforderungen drei bis zehn Tage Entwicklungszeit sowie rund 30 Tage für Tests. Ohne verlässliche Informationen lasse sich ein stabiler Übergang jedoch kaum sicherstellen.

KBA hält Vorwürfe für unbegründet

Das KBA weist die Vorwürfe zurück und betont, dass es sich nicht um ein klassisches Softwareupdate, sondern um die Einführung eines neuen Standards handele. Dieser definiere den Rahmen für den Datenaustausch zwischen Zulassungsbehörden und externen Partnern und diene der Normierung der Schnittstellen im Kfz-Zulassungswesen.

Nach Angaben der Behörde seien alle relevanten Informationen frühzeitig bereitgestellt worden, unter anderem über das öffentlich zugängliche XRepository. Mit der Umstellung werde die bisherige Version wie vorgesehen abgelöst. Hinweise auf ein erhöhtes Ausfallrisiko sieht das KBA nicht.

Premiumzulasser ist nach eigenen Angaben der führende Anbieter von Dienstleistungen rund um die Zulassung von Kraftfahrzeugen in Deutschland. Allein 2025 haben die Mitgliedsunternehmen fast zwei Millionen Kundenaufträge bearbeitet.

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