KYB will in Deutschland wachsen

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Das Unternehmen – früher als Kayaba bekannt – ist einer der größten Stoßdämpfer-Hersteller der Welt. Mit verstärktem Elan und neuen Produkten greift KYB nun auf dem europäischen Aftermarket an.

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Die KYB-Produktpalette umfasst Dämpfer, Federn und Montagesätze für fast alle europäischen Fahrzeuge.
Die KYB-Produktpalette umfasst Dämpfer, Federn und Montagesätze für fast alle europäischen Fahrzeuge.
(Bild: KYB)

Der japanische Stoßdämpferhersteller KYB – früher als Kayaba bekannt – ist im weltweiten Vergleich mit 20 Prozent Marktanteil einer der größten Anbieter auf diesem Gebiet. Rund eine Million Dämpfer verlassen pro Woche die Fabriken des 1935 gegründeten Unternehmens. Doch auf dem deutschen Ersatzteilmarkt sind die Japaner nicht so stark, wie sie es gern wären und wie sie es im Rest von Europa sind. Das ist kein Wunder angesichts heimischer Konkurrenz wie ZF Sachs oder Bilstein, aber auch wegen der geringeren Markenbekanntheit in Deutschland.

Mit einer Reihe von Maßnahmen will KYB nun sein Ersatzteilgeschäft europaweit stärken und damit auch auf dem deutschen Markt wachsen. Die produktseitigen Voraussetzungen sind gegeben: Die Marktabdeckung bei den Stoßdämpfern beträgt heute 94 Prozent, bei den Tragfedern sogar 95 Prozent.

KYB betreibt in Pardubice (etwa 100 Kilometer östlich von Prag) eine Fabrik mit rund 700 Arbeitskräften, die bis zu sechs Millionen Dämpfer pro Jahr herstellen. Der zweite KYB-Standort in Tschechien befindet sich im rund zehn Kilometer entfernten Chrudim; dort werden seit dem Jahr 2013 Fahrwerksfedern hergestellt. Durch die Produktion in Mitteleuropa ist die Verfügbarkeit jederzeit sichergestellt.

Neue Apps und Videos für die Vermarktung

Norbert Schmalfuß, Director Central Europe bei KYB, hat große Ambitionen: „Ziel in Deutschland ist ein Marktanteil von 25 Prozent in allen Sortimenten bis 2019.“ Nun geht es darum, die Marke ins Bewusstsein der Werkstätten zu bringen und ihnen bei der Vermarktung zu helfen. Dabei nutzt das Unternehmen vor allem die elektronischen Medien. So wurde die Website neu erstellt und für mobile Endgeräte optimiert. Auf einem eigenen Youtube-Kanal stehen über 130 Einbauvideos bereit. Viele Stoßdämpferkartons haben einen QR-Code neben einem Schraubenschlüsselsymbol. Techniker können den Code mit ihrem Smartphone scannen und so auf Informationen zugreifen.

Ganz neu ist eine App mit dem Namen „KYB Suspension Solutions“. Sie steht im Apple Store und auf Google Play kostenlos zum Download bereit und bietet zwei Funktionen: Zum einen unterstützt sie den Fahrzeugtechniker dabei, dem Autofahrer die am Fahrwerk des Fahrzeugs festgestellten Probleme und die auszutauschenden Komponenten zu erklären. Hierzu schickt sie dem Fahrzeughalter eine Textnachricht mit Links zu Videoclips, die die Gefahren und Risiken von verschlissenen Stoßdämpfern, Federn, Federbeinstützlagern und Staubschutzsätzen verdeutlichen.

Zum anderen hilft die App nach abgeschlossener Reparatur, dem Kunden die am Fahrzeug vorgenommenen Arbeiten zu demonstrieren. Hierzu kann man dem Fahrzeughalter mithilfe der App eine Textnachricht mit vor und nach der Reparatur aufgenommenen Fotos schicken.

Virtual Reality zeigt dem Kunden den Einfluss verschlissener Dämpfer

Eine weitere Vermarktungshilfe ist ein Video, das die neue Virtual-Reality-Funktion von Youtube nutzt. Dabei verändert sich das Gesichtsfeld, wenn der Betrachter den Kopf bewegt – ganz so, als ob er mit dem Fahrer im Auto unterwegs wäre. Das Video zeigt zwei identische Fahrzeuge mit verschlissenen oder neuen Stoßdämpfern. Die unterschiedliche Leistung der Stoßdämpfer ist für den Zuschauer während des Tests leicht zu erkennen. KYB wird das VR-Video in den kommenden Monaten auf Messen und Kundenveranstaltungen vorführen und Werkstätten VR-Brillen aus Karton zur Verfügung stellen.

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