Lada-Fans kämpfen für Weiterbelieferung mit russischen Modellen

Online-Petition nimmt zunehmend Fahrt auf

| Autor: Andreas Grimm

Lada soll weiter in ganz Europa erhältlich sein. Dafür kämpft nun die Online-Petition eines jungen Lada-Fans.
Lada soll weiter in ganz Europa erhältlich sein. Dafür kämpft nun die Online-Petition eines jungen Lada-Fans. (Bild: Grimm)

Das Ende des offiziellen Neuwagenvertriebs von Lada in Deutschland und Westeuropa hat zwei Fans der Marke zu einer Online-Petition veranlasst. Seit knapp zwei Wochen sammeln Stephan Sannwaldt und János Füleki über die Plattform „Weact“ Unterzeichner, die sich für die Wiederaufnahme bzw. den Erhalt des Verkaufs aller aktuellen Lada-Modelle in Deutschland und der EU einsetzen. In den letzten Tagen hat die Petition bereits Fahrt aufgenommen.

Dahinter stecken nicht etwa frustrierte Händler des russischen Fabrikats, sondern Vertreter des Lada-Nährbodens, der die Marke über die letzten Jahrzehnte getragen hat: echte Fans. Sannwaldt ist gerade mal 20 Jahre jung und fährt seit zwei Jahren das 4x4-Modell Taiga – er hatte ihn sich als Ersatz für einen Golf angeschafft, dessen Reparatur (Zündschloss) ihm zu teuer erschien. Die Wahl eines Taiga war das Produkt aus Zufall und Spontanität, aus dem sich echte Liebe gerne entwickelt.

Lada zieht sich aus Westeuropa zurück

Lada zieht sich aus Westeuropa zurück

12.04.19 - Angesichts der strengen technischen Vorgaben für Neuwagen zieht der russische Autobauer Avtovaz-Lada die Reißleine. Ab 2020 werden keine Autos mehr nach Westeuropa geliefert – und damit auch nicht nach Deutschland. Ein bisschen weitermachen will der deutsche Importeur dennoch. lesen

Umso mehr schockierte Sannwaldt die Nachricht vom Rückzug der Russen aus Westeuropa – eine Maßnahme, hinter der die Mehrheitsaktionäre Renault und Nissan stecken. Sannwaldt bezeichnet sie als „ein dreistes Manöver“. Die offizielle Begründung des nicht konkurrenzfähigen CO2-Ausstoßes der russischen Modelle lässt er nicht gelten, lagert in den Konzernregalen doch genügend moderne Technologie. Ganz persönlich kommt dazu, dass „ich auch in 20 Jahren noch offiziell einen Lada hierzulande kaufen können will“, sagte er im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Unterstützung vom deutschen Importeur

Nicht jammern, sondern handeln, lautete deshalb die Devise. Die beiden Lada-Fans starteten die Petiton auf der Online-Plattform des Aktionsnetzwerks Campact, sie suchten den Kontakt mit Lada Deutschland und bekamen die erhoffte Unterstützung für ihr Bestreben. Denn auch für den Importeur kam das Ende der Belieferung überraschend. Immer wieder wurden Versuche gestartet, das Vertriebsnetz auszubauen – zuletzt im Zusammenhang mit der Einführung der Limousine Vesta.

Lada Vesta: Russische Marke in westlichem Design

Gegen diese Entwertung der Aufbauarbeit richtet sich die Petition nun ebenso wie für ein Angebot von Autos auf dem Markt, die für jedermann bezahlbar und preiswert zu reparieren sind. Dazu komme die breite Fangemeinde und der seit 40 Jahren treue Käuferkreis in Deutschland und weiteren Staaten der EU, erläutert Sannwaldt weiter Beweggründe. Offiziell richtet sich die Petition an den Hersteller Avtovaz, die Renault-Nissan-Allianz, das russische Wirtschaftsministerium und an die russische Botschaft.

1.100 Unterzeichner hat Sannwaldt inzwischen für die Petition begeistern können (Stand 25. Mai). Mindestens 2.000 sollen es werden. Über die bisherigen Lada-Vertragspartner und Social Media will er weiter Schwung reinbekommen. Sein Vorteil: Wenn die Organisation zu viel Kraft kostet, kann er in seinen Taiga steigen und losfahren. „In keinem anderen Auto kann man so entschleunigt fahren“, ist Sannwaldt überzeugt. Er zumindest hat ja noch einen Lada bekommen.

Zur Online-Petition

Lada Vesta Sport: Der nächste Schritt zum Vollsortimenter

Lada Vesta Sport: Der nächste Schritt zum Vollsortimenter

19.07.18 - Stufenheck und Kombi, Stadtwagen und Offroad-Anleihen, technische Spielereien und markentypisches Design – Lada bedient mit dem Vesta inzwischen viele Kundenwünsche. Der Vesta Sport bedenkt nun die dynamische Klientel. lesen

Andreas Grimm
Über den Autor

Andreas Grimm

Redakteur

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46669316 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Eventmarketing: Corona-Rock statt Blues

Eventmarketing: Corona-Rock statt Blues

Sind Veranstaltungen passé, bis es einen Corona-Impfstoff gibt? Nein, es bedarf nur kreativer Konzepte. Das digitale Wohnzimmerkonzert des Autohauses Büdenbender und das Pop-up-Autokino des Ford-Stores Kreissl sind dafür beispielhaft. lesen

Umsatzsteuer: Neue Steuersätze

Umsatzsteuer: Neue Steuersätze

Ein Weg aus der Coronakrise führt nach Vorstellungen des Gesetzgebers über Mehrwertsteuerentlastungen. Aus diesem Grund wird der allgemeine Steuersatz ab dem 1.7.2020 vorübergehend abgesenkt. Das betrifft die Autohäuser unmittelbar. lesen