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Lada zieht sich aus Westeuropa zurück

| Autor: Andreas Grimm

Angesichts der strengen technischen Vorgaben für Neuwagen zieht der russische Autobauer Avtovaz-Lada die Reißleine. Ab 2020 werden keine Autos mehr nach Westeuropa geliefert – und damit auch nicht nach Deutschland. Ein bisschen weitermachen will der deutsche Importeur dennoch.

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... sowie der Ausbau des Händlernetzes.
... sowie der Ausbau des Händlernetzes.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der russische Autobauer Avtovaz-Lada hat den Liefervertrag mit dem deutschen Importeur Lada Automobile gekündigt. Wie ein Sprecher des Importeurs auf Anfrage von »kfz-betrieb« bestätigte, werden mit Beginn des Jahres 2020 über den offiziellen Vertriebsweg keine Fahrzeuge mehr nach Deutschland und Westeuropa geliefert. Als Grund für diese Maßnahme habe der Hersteller gegenüber dem Importeur die weiter verschärften Abgasvorschriften angeführt.

In der Tat werden in den Lada-Modellen der 1,6-Liter Benziner seit vielen Jahren nahezu unverändert verbaut, entsprechend veraltet sind die Abgaswerte. Zwar erfüllt der Motor die Euro-6-Norm, doch stößt etwa das zuletzt vorgestellte Modell Vesta Cross SW 162 g CO2/km aus (Energie-Effizienzklasse E). Viel zu viel für die von der EU anvisierten 95 Gramm. Und Besserung durch Elektro- oder Hybridmodelle ist nicht in Sicht. Derzeit sind in Deutschland die 4x4-Modelle in unterschiedlichen Ausführungen sowie mehrere Varianten des Kompaktwagens Vesta erhältlich.

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Zumindest in diesem Jahr sollen die Geschäfte wie geplant weiterlaufen. Der Importeur, der im vergangenen Jahr 2.545 Neuwagen verkaufte, davon 76 Prozent an Privat- und 16 Prozent an Gewerbekunden, hat für dieses Jahr noch weitere 2.500 Einheiten geordert. „Damit sollten die Geschäfte bis ins erste Quartal 2020 gesichert sein“, so der Sprecher. Unter den Fahrzeugen im Vorlauf sind auch 800 Vesta.

Die Händler selbst wissen von der Kündigung des Importeursvertrags seit dem 28. März. An diesem Tage hatte Lada Automobile anlässlich seines 20-jährigen Bestehens nach Hamburg eingeladen. Damit aus dem Treffen keine Abschiedsfeier wird, gibt sich der Importeur aber kämpferisch. Er will auf jeden Fall weitermachen und über seine Kleinserien-Berechtigung zumindest weiterhin 1.000 Lada-Allradfahrzeuge im Jahr in Deutschland einführen. Dann wird es allerdings wieder nur die dreitürige Version geben – sofern Avtovaz die Modelle für die Deutschen produziert.

Nicht berührt vom Ende der Neuwagenlieferungen bleibt der Service. Die Gewährleistungs- und Garantieansprüche werden weiterhin erfüllt und auch die Teileversorgung wird weiter laufen.

Hersteller lässt Möglichkeit der Rückkehr offen

Der Hersteller Avtovaz äußert sich zur Zukunft von Lada in Westeuropa unbestimmt. Eine Rückkehr nach Westeuropa mit neuen Modellen sei zumindest geplant, heißt es vom Importeur ohne genaue zeitliche Vorstellungen zu nennen. Die nötige Technik könnte dann von den Mehrheitseignern Renault und Nissan kommen.

Zur Zukunft des Importeurs angesichts der verschärften Abgas- und Sicherheitsvorschriften hatte es immer wieder Spekulationen gegeben. Mit der Modernisierung des Produktangebots der Russen sowie der Überlegung, sich unabhängiger vom russischen Markt zu machen, waren beim deutschen Importeur sogar Hoffnungen gekeimt, bis zu 5.000 Einheiten absetzen zu können. Zwar ist Lada seitdem in einigen Märkten neu gestartet, allerdings außerhalb Europas, wo die Auflagen deutlich geringer ausfallen.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«