Wiederbelebung Lancia-Comeback mit Ypsilon und Elektro-Delta

Autor / Redakteur: sp-x/gr / Andreas Wehner

Lancia ist nur noch in Italien präsent. Doch Stellantis sieht für die italienische Edelmarke eine Nische im europäischen Premium-Markt und plant gleich drei neue Modelle. Was in der Marke steckt, skizzierte die frühere FCA-Chefin Maria Grazia Davino auf dem IfA-Kongress.

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Lancia, hier ein Archivbild als der Lancia-Vertrieb in Deutschland noch lief, soll zurück auf die internationale Bühne.
Lancia, hier ein Archivbild als der Lancia-Vertrieb in Deutschland noch lief, soll zurück auf die internationale Bühne.
(Fotos: RKG)

Mit drei neuen Modellen probt Lancia ab 2024 das Comeback. Den Start soll eine elektrifizierte Neuauflage des Kleinwagens Ypsilon machen, wie Markenchef Luca Napolitano nun angekündigt hat. Zwei Jahre später sollen ein Nachfolger des kompakten Delta sowie ein Crossover das Angebot ergänzen.

Stellantis-Managerin Maria Grazia Davino sieht für Lancia eine Nische in Europa.
Stellantis-Managerin Maria Grazia Davino sieht für Lancia eine Nische in Europa.
(Bild: Screenshot / Video IfA)

Das derzeitige Y-Modell hält die Marke seit einiger Zeit in Italien am Leben. Und das ziemlich erfolgreich, wie Maria Grazia Davino, Stellantis-Vertriebs- und Marketingchefin für Europa, im Rahmen ihres Auftritts auf dem Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft vergangene Woche sagte. Lancia verdiene mit dem Kleinwagen in Italien Geld. „Die Marke ist wieder zurück und es gibt für sie einen zukunftsfähigen Plan“, sagte die frühere FCA-Deutschland-Chefin, ohne allerdings ins Detail zu gehen.

Obwohl das Stellantis-Konglomerat aus zehn Pkw-Marken besteht, sieht sie für Lancia eine Berechtigung. „Jede Marke ist wichtig und hat ihre Geschichte“, sagte Davino. Lancia sei zudem noch immer beliebt. Sie gab allerdings auch zu, dass eine greifbare Kundenbasis außerhalb Italiens derzeit nicht mehr vorhanden sei und folglich erst wieder aufgebaut werden müsse. Auch glaubt sie nicht, dass eine Wiederbelebung Lancia zu alter Größe zurückführt.

Mit neuem Delta zurück in die Vergangenheit

Der neue Delta soll sich weniger an seinem bis 2014 gebauten, direkten Vorgänger orientieren, sondern an den legendären Modellen der 1980er und 1990er Jahre. Der Antrieb erfolgt rein elektrisch, Verbrennungsmotoren wird es nicht mehr geben.

Gleiches gilt für das ebenfalls 2026 erwartete Top-Modell. Welchen Namen das kommende Flaggschiff der Marke tragen soll, ist noch unklar. Napolitano schließt lediglich eine numerische Benennung aus. In der Lancia-Tradition könnte ein weiterer griechischer Buchstabe zum Einsatz kommen. Möglich scheint aber auch ein römischer Name in der Tradition von Flavia oder Aurelia.

Zuletzt war die einst stolze Traditionsmarke zum Nischenhersteller geworden. Der aktuelle, auf Italien beschränkte Ypsilo ist das letzte verbliebene Model. Nach der Bildung des neuen Stellantis-Konzerns aus der ehemaligen Fiat-Chrysler-Gruppe und dem französischen PSA-Konzern bekommt Lancia nun eine neue Chance. Gemeinsam mit Alfa Romeo und DS bildet sie die Premiummarken-Gruppe. Oberhalb rangiert lediglich noch die als Luxushersteller positionierte Marke Maserati, unterhalb tummeln sich Peugeot, Opel, Fiat, Chrysler, Jeep und Citroën.

In Abgrenzung zu den beiden Premium-Schwestern im Konzern will Lancia zum einen auf ein stark eigenständiges, italienisches Design setzen. Zum anderen will die Marke stark auf progressive Technik fokussieren, wozu auch eine schnelle und konsequente Konzentration auf den E-Antrieb zählt. Der Vertrieb in Europa soll über das Internet und rund 100 Showroom-Standorte erfolgen. Lancia dürfte sich dabei auch an bestehende Händlerbetriebe aus dem Stellantis-Portfolio angliedern.

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