Laserlicht: Endspurt für den Serieneinsatz

Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Jan Rosenow

Autohersteller liefern sich in vielen Disziplinen erbitterte Wettkämpfe. Im Mittelpunkt steht derzeit die Lichttechnik von morgen. In Kürze könnte nun der Kleinstserien-Einsatz des Laserlichts gelingen.

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(Foto: Osram)

Laser: Das hört sich nicht nur gefährlich an, das ist es auch. Zumindest wenn man Science-Fiction-Filmchen glauben kann. Mit Laserkanonen werden in Zukunftsstreifen wie Kampfstern Galactica, Krieg der Sterne oder Raumschiff Enterprise gegnerische Flottenverbände ausgelöscht und Feinde ins visionäre Jenseits des Weltalls geschickt. Der Laser ist ein stark gebündelter Lichtstrahl, mit dem man allerhand Schindluder treiben kann. Doch im automobilen Alltag könnte er auch eine völlig ungefährliche Allzwecktechnologie sein, um zum Beispiel die Straße nahezu perfekt und taghell auszuleuchten.

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Nachdem BMW Ende der 80er Jahre mit der Einführung des Xenonlichts beim 750i der Modellreihe E32 den Startpunkt setzte, ist ein nicht enden wollender Kampf um die beste und innovativste Lichttechnik im Auto entbrannt. Jüngst haben sich die LED-Leuchten durchgesetzt, die fast jedes neue Fahrzeugmodell illuminieren. Lichtemittierende Dioden – weiß, strahlend hell und sparsam – sind das Autolicht von heute und morgen. Xenonlicht, einst als hellste Lichtinnovation aus der teuren Flugzeugtechnik übernommen, wirkt dagegen schon fast altmodisch. Und nun kommt bereits die nächste Neuerung in die Automobilwelt: das Laserlicht.

Mercedes S-Klasse: Ohne Glühlampen, aber auch ohne Laser

Wie so oft liefern sich die drei deutschen Premiumhersteller Audi, BMW und Mercedes ein Rennen um die schnellste Einführung einer neuen Technik. Nachdem die noch junge Mercedes S-Klasse zur Überraschung vieler nicht nur auf Laserlicht, sondern zum Marktstart auch auf das Matrix-Licht aus besonders anpassungsfähigen LED-Lichtinseln verzichtete, läuft es derzeit auf einen Zweikampf zwischen Audi und BMW hinaus. Wer hat zuerst den fast schon unendlich die Fahrbahn ausleuchteten Fernscheinwerfer, der Nachtsichtgeräte und Straßenbeleuchtungen außerhalb geschlossener Ortschaften überflüssig macht?

BMW präsentierte auf der Frankfurter IAA im Herbst vergangenen Jahres den Hybrid-Sportboliden i8 erstmals mit dem zukunftsträchtigen Laserlicht. Fest steht jedoch, dass das Laserlicht nicht zur Markteinführung des i8 im Sommer verfügbar sein wird, sondern erst Ende des Jahres als Option.

Doch was ist nun das erste Auto mit Laserlicht? Da die Technik aufwendig ist und die Kosten ein Vielfaches über denen für LED- oder Matrixlicht liegen, muss es ein Fahrzeug mit einer vergleichsweise kleinen Auflage sein. Sonst geht der Lichtstrahl nach hinten los. Es heißt, Zulieferer ins Boot zu holen und die Lichttechnik von morgen alltagstauglich zu machen – auch weil noch einige gesetzliche Vorgaben fehlen.

Aktuell scheint Audi dem dynamischen Erzfeind BMW den Premierenruhm vor der Nase wegzuschnappen, denn das Laserlicht soll beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen von Le Mans seine Weltpremiere im Realbetrieb feiern. Doch diese Laser-Kleinserie könnte winziger kaum sein, denn nach der Weltpremiere der Lichttechnik mit dem Audi Sport Quattro auf der Computermesse CES in Las Vegas jagen nur die entsprechend ausgestatteten Rennwagen vom Typ Audi R18 e-tron Mitte Juni durch die französische Nacht von Le Mans.

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