Leasing-Plattform Vehiculum öffnet sich für Privatkunden

Start-up analysiert auch Abonnement-Modelle

| Autor: Martin Achter

Lukas Steinhilber ist Gründer und Geschäftsführer des Berliner Start-ups Vehiculum.
Lukas Steinhilber ist Gründer und Geschäftsführer des Berliner Start-ups Vehiculum. (Bild: Vehiculum)

Nach den Gewerbekunden kommen jetzt die Privatleute: Die Leasing-Plattform Vehiculum öffnet sich mit dem sogenannten „Leasing für alle“ ab sofort für das Privatkundengeschäft, wie Gründer und Geschäftsführer Lukas Steinhilber im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte. „Für uns ist das ein ganz entscheidender Schritt. Wir verwandeln uns von einem Anbieter in einer Nischenposition zu einem flächendeckend aktiven Unternehmen, das die gesamte Bevölkerung anspricht.“

Bisher hatte Vehiculum Leasingfahrzeuge in Zusammenarbeit mit Händlern nur an Gewerbekunden vermarktet. Die Plattform bietet online einen E-Commerce-Prozess an, über den Autos nach Wunschvorgaben konfiguriert und bestellt werden können. Das Angebot umfasst über 20 Pkw-Marken, die für den Großteil des in Deutschland vermarkteten Fahrzeugvolumens stehen.

Nutzer definieren bei Vehiculum online, welches Fahrzeug sie bestellen und mit welcher Laufzeit und Laufleistung sie dieses nutzen wollen. Auch Servicepakete, Versicherungen oder die Haustür-Zustellung können gebucht werden.

Händlern, mit denen Vehiculum kooperiert, soll die Öffnung für Privatkunden mehr Absatz und Umsatz bringen, sagte Geschäftsführer Steinhilber. „Händler werden jetzt mehr Aufträge bekommen. Unser Geschäftsmodell bleibt aber unverändert erhalten.“ Vehiculum erhält für jedes vermittelte Leasingfahrzeug eine Provision.

Aktuell keine neuen Händler als Partner gesucht

Neue Händlerpartner sucht Vehiculum angesichts der Öffnung für Privatkunden aber nicht. „Wir haben bei unseren bestehenden Partnern noch Kapazitäten und noch eine Reihe von Händlern in der Pipeline“, sagte Steinhilber.

Nach eigenem Bekunden kooperiert das Unternehmen „mit den größten Handelsgruppen“ des Landes. Vehiculum hat dabei solche Händler im Fokus, „die in der Lage sind, unsere Absatzzahlen abzuarbeiten“.

Angaben dazu, wie viele Autos im vergangenen Jahr über Vehiculum vermarktet wurden, wollte Steinhilber auf Anfrage nicht machen. Auch dazu, wie viele Fahrzeuge im Durchschnitt pro Händler in ein Leasing überführt werden konnten, äußerte sich der Geschäftsführer nicht.

Wie Vehiculum angesichts der Öffnung für Privatkunden erklärte, hat das Unternehmen offenbar auch Abonnement-Modelle als alternative Vermarktungsmöglichkeit für Autos auf dem Schirm. Das Unternehmen sehe sich „nicht als reine Leasingplattform, sondern als Mobilitätsanbieter für alle, die ihr Fahrzeug auf monatlicher Basis bezahlen möchten“, erklärte Steinhilber. Er betonte allerdings einschränkend: „Abo-Modelle sind spannend, aktuell aber einfach noch zu spezifisch für eine breite Öffentlichkeit.”

Vehiculum wurde 2015 gegründet. Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte die Plattform unter anderem durch die Lidl-Aktion, mit der der Discounter in Zusammenarbeit mit dem Berliner Autohaus Gotthard König innerhalb kürzester Zeit mehr als 1.000 Fiat 500 online als Leasingfahrzeuge vermarktete. Vehiculum konzipierte nach eigenen Angaben in weiten Teilen den dafür notwendigen E-Commerce-Prozess.

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