Insolvenzen Liquiditätsengpässe werden seltener

Von Andreas Grimm

Nach einem zuletzt teils stürmischen Anstieg der Insolvenzen hat sich die Lage in der Kfz-Branche zumindest vorübergehend beruhigt. Die Statistiker rechnen aber grundsätzlich mit mehr Pleiten in den kommenden Monaten.

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Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist im Oktober 2020 zurückgegangen.
Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist im Oktober 2020 zurückgegangen.
(Foto: Rehberg / Redaktion »kfz-betrieb«)

Trendumkehr im Kfz-Gewerbe: Nach einem mehrmonatigen Anstieg der Insolvenzzahlen hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner jüngsten Auswertung für den Monat Oktober 6,9 Prozent weniger Pleiten für die Branche ausgewiesen. Im Berichtszeitraum ging 27 Betrieben das Geld aus. Das waren zwei weniger als im Oktober 2020.

Die Entwicklung kommt etwas überraschend, hatte es doch in den drei Monaten zuvor doch einen teils scharfen Anstieg der Pleiten gegeben – und auch die Experten selbst hatten eher einen Anstieg der Zahlen erwartet. Allerdings war die Insolvenzwelle auch bundesweit im Oktober ausgeblieben. Über alle Branchen hinweg ist die Zahl der Insolvenzverfahren um 2,7 Prozent gesunken.

Trotz der guten Tendenzen rechnen die Destatis-Statistiker weiterhin mittelfristig mit einem Anstieg der Insolvenzzahlen. Diese Annahme stützen sie auf den anhaltenden Anstieg der beantragten Regelinsolvenzverfahren. Diese Entwicklung schlage sich mit Verzögerung letztlich in der Zahl der Insolvenzverfahren nieder.

In der Kfz-Branche haben weiterhin vornehmlich Kleinbetriebe Liquiditätsprobleme. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter lag im Oktober bei 57 – das sind im Schnitt zwei pro Betrieb. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summieren sich auf 6,1 Millionen Euro.

Gleichzeitig überrascht die Entwicklung der Insolvenzzahlen innerhalb der Branche. Einerseits hat sich die Fallzahl im Bereich des Kfz-Handels im Berichtsmonat fast halbiert (von 19 auf 10), während sie sich im Service mehr als verdoppelte (von 7 auf 15). Dieser Anstieg betraf die Werkstätten (6 Betriebe/+3) ebenso wie die Lackierereien (4/+2) und die Autowaschanlagen (5/+3).

Dagegen hatten im Bereich des Teile- und Zubehörhandels im Oktober 2021 nur noch 2 Betriebe (-1) Liquiditätsprobleme. Insolvente Motorradbetriebe wurden gar nicht verzeichnet.

In der kumulierten Entwicklung weist die Insolvenzstatistik für das Kfz-Gewerbe 332 Pleiten nach zehn Monaten des Jahres 2020 aus. Das sind knapp 100 betroffene Betriebe weniger als im gleichen Zeitraum 2020 (-22 %).

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