Röhrle Mobility Luxus-Autohandel anders gedacht

Von Julia Mauritz 5 min Lesedauer

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Der freie Händler hat sich auf den Verkauf von handverlesenen Sportwagen spezialisiert. Vier Jahre nach der Gründung ist der Umsatz auf über 20 Millionen Euro gestiegen – mit vier Mitarbeitern. Möglich macht das eine ausgeklügelte Marketing- und KI-Strategie.

Luca (li.) und Niclas Röhrle haben sich auf den Vertrieb von Sport- und Luxusfahrzeugen spezialisiert.(Bild:  Tom Klocker)
Luca (li.) und Niclas Röhrle haben sich auf den Vertrieb von Sport- und Luxusfahrzeugen spezialisiert.
(Bild: Tom Klocker)

Vom BMW-Freizeitschrauber zum erfolgreichen Händler von Luxusfahrzeugen und Sportwagen mit einem Umsatz im zweistelligen Millionenbereich: So lässt sich die Geschichte von Luca und Niclas Röhrle in einem Satz zusammenfassen. Ein Faible für Autos war den beiden Brüdern von ihrem Vater bereits in die Wiege gelegt worden. Mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker in der Tasche, begannen Luca und Niclas Röhrle mit knapp 20 Jahren, BMWs von Bekannten zu reparieren und Autoteile aus Osteuropa zu importieren, um diese dann an hiesige Instandsetzungsbetriebe zu verkaufen. Das verdiente Geld investierten sie, um über Ebay Kleinanzeigen 3er und 5er BMWs mit kleinen Schäden zu kaufen: „Das erste Auto war ein BMW, der in einen Discounter gekracht war", erinnert sich Niclas Röhrle an seine ersten Schritte als Autohändler zurück.

Anfangs verkauften die beiden Brüder, die mittlerweile beide studierten, die Fahrzeuge nebenbei vom Hinterhof der Eltern, dann über einen Schotterplatz eines ehemaligen Opel-Händlers. Durch den Verkauf von jährlich rund 50 bis 60 Fahrzeugen kam recht schnell eine Summe im sechsstelligen Eurobereich zusammen. Mit diesem Startkapital in der Tasche wagten sie den nächsten großen Schritt: Sie begannen im großen Stil Inzahlungnahmen und Leasingrückläufer von einem BMW-Vertragshändler zuzukaufen. Kurz nachdem Niclas Röhrle den Entschluss getroffen hatte, seinen Job als Vertriebsingenieur zu kündigen, um sich ganz dem Autohandel zu widmen, machten den beiden Brüdern die Lieferengpässe in Folge der Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung: Die Kooperation mit dem BMW-Händler wurde jäh beendet und die beiden Jungunternehmer mussten ihr junges Business auf komplett neue Beine stellen.