LV Saarland bestellt neuen Geschäftsführer
Der Landesverband Saarland hat einen neuen Geschäftsführer: Niklas Burmester tritt im Frühjahr 2010 die Nachfolge von Detlef Fiedler an.
Niklas Burmester tritt im Frühjahr 2010 die Nachfolge von Detlef Fiedler als Geschäftsführer des saarländischen Landesverbandes an. „Wir suchten jemanden, der sich in der Branche auskennt“, erklärte Herbert Seiwert, Vorstandsvorsitzender des LV Saarland, auf der Herbstversammlung. Die Mitglieder folgten dem Vorschlagen und votierten einstimmig für Burmester.
Burmester, der zuletzt als Geschäftsführer beim Landesverbandes Hamburg tätig war, übernimmt auch im Saarland wieder die Führung einer Landesinnung mit Bildungszentrum. Hier kommen in den nächsten Jahren große Herausforderungen im Bereich Weiterbildung auf den Verband zu. „Ein Schwerpunkt könnte die kaufmännische Fortbildung für die Verantwortlichen in den Betrieben sein“, gab Burmester einen Ausblick. Doch statt „Hauruck-Aktionen“ strebe er eine kontinuierliche Anpassung an.
Zudem seien ihm die persönliche Ansprache der Mitglieder und die ständige Neuausrichtung auf die Belange der Branche wichtig, betonte Burmester. Er steigt ab Februar 2010 im Saarland ein und wird zunächst als zweiter Geschäftsführer beginnen, bevor Detlef Fiedler Ende März 2010 in den Ruhestand geht. „Damit geht eine Ära zu Ende – die Fiedler-Ära“, so Seiwert mit einem Augenzwinkern.
Paradigmenwechsel in der Automobilwirtschaft
Vom Wechsel ist nicht nur der Landesverband betroffen, sondern ein Paradigmenwechsel findet in der gesamten Automobilwirtschaft statt. Das Leitbild der Branche zerbröckelt, Märkte und Kunden ändern sich. Traditionelle Märkte verlieren an Bedeutung und neue Hersteller kommen hinzu, fasste Prof. Dr. Stefan Bratzel, von der Fachhochschule Bergisch Gladbach, die Entwicklung zusammen.
Den Betrieben empfahl er eine genaue Beobachtung der Marktentwicklung. Den deutschen „Normalmarkt“ sieht Bratzel künftig zwischen 2,8 und 3,3 Millionen Neuwagen. Die obere Grenze sei allerdings schon sehr optimistisch, räumte der Autoexperte ein.
Alle Hersteller würden ihre Vertriebsnetze derzeit genau unter die Lupe nehmen. Vor allem kaufmännische Professionalität sei in den Betrieben notwendig, in der Krise könne man sich hier keine Fehler leisten.
Als Grundübel für die Rabattschlacht nannten Bratzel die Überproduktion, „30 Prozent zuviel kann man einfach nicht leugnen“. Vor diesem Hintergrund seien auch die Subventionen für Hersteller kritisch zu sehen. „Man hilft dem, der sich nicht angepasst hat und bestraft die anderen.“ Daimler habe gar keine andere Chance, als die Produktion in die Länder zu verlagern wo die Autos gekauft werden, in Europa sinke die Nachfrage. „Unsere Unternehmen verlieren sonst den Kampf, der gerade weltweit stattfindet.“
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