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Märtin: Alles, nur kein Handicap!

| Autor: Steffen Dominsky

Neuer Betrieb, viel Platz – aber weite Wege: kein Problem für das Freiburger Autohaus Märtin. Kunden werden per Golfcaddy von ihren Autos abgeholt. Auch sonst hat man ausgefallene Serviceideen, die Platz zwei des Service Awards einbringen.

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Bietet tolle Ideen für den Service und erstklassige Dienstleistungen: das Autohaus Märtin aus Freiburg im Breisgau.
Bietet tolle Ideen für den Service und erstklassige Dienstleistungen: das Autohaus Märtin aus Freiburg im Breisgau.
(Bild: Dominsky)

Bitte sehr der Herr, hier vorne rechts haben wir einen Parkplatz für Sie. Der hier links ist für Sie, meine Dame.“ Ansprechender und bequemer kann die Einfahrt auf das Gelände eines Kfz-Betriebs eigentlich gar nicht ablaufen, oder? Kein Halsverrenken nach einer freien Bucht, kein Suchen nach irgendwelchen „P-Kunden“-Schildern. Das Autohaus Märtin hat aus der Not – wenig Parkraum – eine Tugend gemacht: Ein freundlicher Anweiser geleitet den Kunden zu seinem Parkplatz.

„Bei Regen oder Schneefall bringt unser Mann ihn selbstverständlich mit einem Schirm trocken zum Eingang und auch zurück zu seinem Fahrzeug“, beschreibt Frank Schönberger, Aftersalesleiter bei BMW-Märtin in Freiburg, den Service der besonderen Art.

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Es sind die scheinbaren Kleinigkeiten, die man in einer Dienstleistungsgesellschaft unheimlich schnell unheimlich lieb gewinnt. Dass dem so ist, wissen auch die Serviceverantwortlichen in Freiburgs Breisacher Straße 86. Und genau deshalb werden sie ihren Kunden auch künftig einen persönlichen Pick-up bieten. Denn der eindrucksvolle Neubau, den man im kommenden Jahr beziehen wird, bietet zwar ausreichend Raum für alles mögliche, also auch zum Parken. Dafür sind aber die Distanzen entsprechend groß. „Deshalb werden wir dann Kunden von ihrem Einser, Dreier oder Siebener mittels Golfcaddy abholen und zurückbringen“, so Schönberger.

Doch lange, bevor die Kunden schon heute das Märtin-Gelände betreten, können sie bereits von nicht ganz alltäglichen Dienstleistungen profitieren. Beispielsweise können sie einen Servicetermin selbst online ausmachen. Während manch anderer Betrieb diese Option bestenfalls für banale Arbeiten wie das Umstecken der Räder zweimal pro Jahr anbietet, können Märtin-Kunden nahezu sämtliche Servicearbeiten bequem via Internet buchen.

Effizient dank IT-Technik und cleverer Serviceideen

Der Vorteil für den Betrieb liegt auf der Hand: Das Telefon- und Servicepersonal wird spürbar entlastet. Und: „Kunden, die ihren Termin selbst ausgemacht haben, sind in der Regel deutlich pünktlicher“, bemerkt der Servicechef mit einem Augenzwinkern. Praktischer Zusatznutzen für registrierte Kunden: Das System zeigt ihnen auf Wunsch die Auftrags- bzw. die Servicehistorie ihres Fahrzeugs an.

Weitere Annehmlichkeiten erfährt der Märtin-Kunde dann vor Ort. Während andere Autohäuser gerade damit anfangen, ihren Kunden kostenloses WLAN anzubieten, gibt’s das bei den progressiven Badenern schon längst. Und modernen Businesspeoplen stellt man, Stichwort vernetzte Welt, darüber hinaus sogar ein Büro zur Verfügung – für‘s dringende Geschäft.

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Richtig vernetzt sind auch die Breisgauer BMW- und Mini-Monteure: Anders als im klassischen Kfz-Betrieb suchen sie sich benötigte Ersatzteile kurzerhand selbst mittels PC/Laptop am Arbeitsplatz heraus. Das spart jede Menge Zeit und Erklärungen an der Teiletheke und vermeidet Falschteile. Auch die Abholung des Materials können sich die Mechaniker sparen: Das bringt ihnen ein Lagerist an den Arbeitsplatz und trägt so seinen Teil zum Leistungsgrad des Werkstattpersonals von satten 105 Prozent bei.

Nicht minder effizient agieren die Kollegen in der Serviceannahme. Während das Gros ihrer Kollegen noch mit historischem Stift und Klemmbrett bewaffnet ist, führen die Märtin-Mitarbeiter die Fahrzeugannahme bequem und effizient mittels Tablet durch – die I-Pads sind direkt mit dem Terminplan beziehungsweise dem gesamten DMS-System verknüpft.

Dass Mitarbeiter in erster Linie dann motiviert sind, wenn man sie entsprechend wertschätzt, wissen auch die beiden Märtin-Geschäftsführer Tobias Gutgsell und Dirk Zimmermann. Entsprechend hoch halten die beiden diese Fahne. So beteiligt sich der Betrieb etwa an den Kosten von Fitnessstudio-Mitgliedsbeiträgen, er bietet seinen Mitarbeitern kostenlose Englisch- und Französisch-Sprachkurse an, und es gibt das Modell eines „Job-Fahrrads“ – ein vergünstigtes Leasingmodell für E-Bikes.

(ID:44351443)

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group