Mercedes-Benz-Vans weiter auf Rekordkurs

2018 voraussichtlich über 106.000 Transporter in Deutschland verkauft

| Autor: Dominik Faust

Jochen Dimter hat allen Grund zu vorweihnachtlicher Freude: Der Absatz von Transportern stieg 2018 voraussichtlich im vierten Jahr in Folge.
Jochen Dimter hat allen Grund zu vorweihnachtlicher Freude: Der Absatz von Transportern stieg 2018 voraussichtlich im vierten Jahr in Folge. (Bild: Daimler AG)

Mit erwarteten über 106.000 verkauften Transportern in Deutschland wird die Van-Sparte der Daimler AG dieses Jahr den vierten Rekord in Folge einfahren. Das erklärte Jochen Dimter, Geschäftsleiter Transporter und Vans im Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland, am Mittwoch im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Trotz der Markteinführung des neuen Sprinters in diesem Jahr sei es dem Hersteller gelungen, die Zahl der Bestellungen dieses Flagschiffs auf Vorjahresniveau in Höhe von rund 45.000 Exemplaren zu halten. Für 2019 erwartet Dimter weiteres Wachstum für den Markt.

Aufbauhersteller kurbelten 2018 das Geschäft an

Die Gründe für den Erfolg liegen jedoch nicht nur im Verkauf von Neufahrzeugen. Einer der größten Wachstumstreiber war 2018 vielmehr das Geschäft mit Aufbauherstellern (ABH). Es stieg bis zum Ende des dritten Quartals um 26,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend dafür war die strategische Kooperation von Daimler mit der Firma Hymer. Ganz oben auf deren Bestellliste stand der Sprinter, von dem Hymer 2018 eine vierstellige Zahl kaufte. Das komplett überarbeitete Modell bietet mit dem erstmals erhältlichen Frontantrieb sowie in der Triebkopfvariante völlig neue Möglichkeiten für ABHs. Denn bei diesen Varianten befinden sich Antrieb, Tank und alle anderen Aggregate vor oder unter dem Fahrerhaus. Bereits jetzt sind nach Angaben von Dimter 20 Prozent der bestellten neuen Sprinter mit Frontantrieb ausgestattet. „Unser Ziel sind 30 Prozent", so der Van-Deutschland-Chef.

Ein weiterer Grund für das wiederum sehr positive Ergebnis bis zum Ende des dritten Quartals 2018 war eine Steigerung der Nachfrage bei Transportervermietern um 19 Prozent. So hat allein die Hamburger Firma Starcar im zu Ende gehenden Jahr 1.000 Transporter vom Hersteller übernommen. Das junge Unternehmen ist mittlerweile in 14 Städten vertreten und bietet sowohl Privat- als auch Firmenkunden ein Spektrum von kurzfristigen Einzelmieten bis hin zu kompletten Flottenlösungen. Auch der konzerneigene Vermietservice Mercedes-Benz Van-Rental legte nach Angaben von Dimter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in nicht genannter Höhe zu.

Restwert von Dieseltransportern kein Thema

Flottenfahrzeuge fließen häufig als junge Gebrauchte in den Handel zurück. Nach Angaben des Mercedes-Benz-Vertriebs Deutschland wechselten in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 fast vier Prozent mehr Transporter aus dem hauseigenen Flotten-Gebrauchtwagen-Center ihre Besitzer. Bei der Qualitätsmarke Junge-Sterne-Transporter betrug das Wachstum in diesem Zeitraum 13,1 Prozent. Probleme mit Wertverlusten bei Dieseltransportern gebe es dabei nicht, betonte Dimter: „Die Restwerte unserer Junge-Sterne-Transporter sind konstant", sagte er. Dass für ihn dieses heiße Thema der Branche auch 2019 keine Rolle spielt, liegt sicher auch an fehlenden Alternativen auf dem Transportermarkt etwa in Form eines mit Benzin angetriebenen Sprinters. Stabile Restwerte dürften erst recht die batteriegetriebenen Varianten der einschlägigen Transporter haben. Für Flottenkunden, die ihren Fuhrpark zum Beispiel um den E-Vito oder den E-Sprinter erweitern möchten, hat der Hersteller entsprechende Konzepte entwickelt. Mit ihnen sollen die Flottenbetreiber etwa in die Lage versetzt werden, eine stabile und ausfallsichere Ladeinfrastruktur bei sich aufzubauen.

E-Vito steht ab Frühjahr 2019 auf den Höfen

Nach Informationen von Stefan Sonntag, Leiter Verkauf Transporter und Van, sind für den E-Vito bereits Voranmeldungen via Internet eingegangen. Die ersten Fahrzeuge des bereits bestellbaren Modells werden in Kürze ausgeliefert, im Frühjahr 2019 wird das Modell dann bei den Händlern auf dem Hof stehen. Der Akku stammt von der 100-prozentigen Daimler-Tochter Deutsche Accumotive. Sie baut in Kamenz bei Dresden Lithium-Ionen-Batterien. Damit soll der E-Vito eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern erzielen. Ein vollständiger Ladevorgang dauert sechs Stunden. Umgerechnet in PS wird er eine Leistung von 115 PS haben. Die Nutzlast beträgt eine Tonne. Das Service-Intervall liegt bei 40.000 Kilometern oder einem Jahr. Kunden erhalten ihren E-Vito übrigens nach dem Werkstattbesuch voll geladen zurück, verspricht Sonntag.

Sonntag und Dimter stellten die aktuellen Zahlen für den Van-Vertrieb Deutschland im kürzlich eröffneten Nutzfahrzeug-Zentrum in Neu-Ulm vor. Dort hat der Hersteller auch digitale Systeme installiert, die künftig für jeden der bundesweit rund 200 Van-Pro-Center-Standorte zur Verfügung stehen.

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