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Mercedes ruft Fahrzeuge wegen Lenkungs- und Getriebeproblemen zurück

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Viktoria Hahn

Eine fünfstellige Zahl an Fahrzeugen der Baureihen 205, 253 und 293 muss wegen eines möglichen Verlusts der elektrischen Lenkunterstützung in die Werkstatt. Deutlich kleiner ist eine Aktion für die A-Klasse und den GLB wegen eines eventuell zu geringen Ölstands im Doppelkupplungsgetriebe.

Bei tausenden C-Klasse-Modellen kann es laut Mercedes-Benz zu einem Verlust der elektrischen Lenkunterstützung und zu einem Kurzschluss kommen.
Bei tausenden C-Klasse-Modellen kann es laut Mercedes-Benz zu einem Verlust der elektrischen Lenkunterstützung und zu einem Kurzschluss kommen.
(Bild: © Daimler AG)

Zwei frische Rückrufaktionen hat ein Daimler-Sprecher für verschiedene Pkw-Baureihen mit dem Mercedes-Stern bestätigt. Die größere ist für die C-Klasse, sowie die Modelle EQC und GLC (Baureihen 205, 293 und 253) vorgesehen. Zwischen Dezember 2019 und Mai 2020 könnte der Leitungssatz des Lenkungssteuergerätes im Produktionsprozess beschädigt worden sein, begründete der Sprecher die Maßnahme.

Mögliche Folge sei ein Feuchtigkeitseintritt in den Leitungssatz. Dadurch könne es zu einem Verlust der elektrischen Lenkunterstützung und einem Kurzschluss kommen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weist den Rückruf mit dem internen Code „5491022” für knapp 35.000 Fahrzeuge aus. Davon sind etwas über 10.000 Einheiten in Deutschland gemeldet. „Als vorsorgliche Maßnahme wird über die Mercedes-Benz-Serviceorganisation der Leitungssatz des Lenkungssteuergerätes überprüft und gegebenenfalls erneuert”, kündigte der Sprecher an. Dies kann bis zu drei Stunden dauern.

Mit deutlich weniger Fahrzeugen müssen sich die Vertragsbetriebe im Rahmen des zweiten Rückrufs beschäftigen. Dafür dauert die Abhilfemaßnahme bis zu 9,5 Stunden. Dies gilt für den Fall, dass das Doppelkupplungsgetriebe in der A-Klasse und im GLB (Baureihen 177 und 247 aus dem Produktionszeitraum Januar 2018 bis März 2020) getauscht werden muss.

Geringer DKG-Ölstand mit Folgen

Vielfältig sind nämlich die negativen Folgen eines zu geringen Ölstands im Doppelkupplungsgetriebe, den möglicherweise etwa 2.700 Exemplare weltweit aufweisen. Laut dem Sprecher „könnte die Drehmomentübertragung nicht dauerhaft sichergestellt werden”. Neben Vortriebsverlust und einem Liegenbleiben des Fahrzeuges drohen auch ein erhöhter Kupplungsverschleiß samt Ausfall des Getriebes sowie erhöhte CO2- und Schadstoffemissionen.

„Darüber hinaus könnte in extremen Fahrsituationen Getriebeöl austreten, sich an den Getriebegehäuserippen sammeln und im weiteren Verlauf abtropfen”, erklärte er. Das austretende Getriebeöl könnte auf die Straße gelangen und mit heißen Bauteilen in Kontakt kommen. Das KBA gibt im Zusammenhang mit dem Problem gleich zwei Aktionscodes an. Das Kürzel „2790760” gilt für 87 Einheiten in Deutschland, die Ziffernfolge „2790761” für 217 weitere Autos.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist