Mercedes-Schulz ist insolvent

Rund 300 Mitarbeiter betroffen

| Autor: Jens Rehberg

Mercedes-Schulz gibt es seit 16 Jahren.
Mercedes-Schulz gibt es seit 16 Jahren. (Foto: Schulz)

Die Schulz AG hat am Freitag beim Amtsgericht im niedersächsischen Verden Insolvenzantrag gestellt. Laut einer amtlichen Bekanntmachung wurde Rechtsanwalt Christian Kaufmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Mercedes-Benz-Händlers bestellt.

Wie die „Kreiszeitung“ online berichtet, arbeiten an den sieben Standorten des Autohauses in Achim, Buchholz, Oyten, Rotenburg, Sittensen, Verden und Zeven über 300 Beschäftigte. Christian Kaufmann verschafft sich derzeit nach eigenen Angaben einen Überblick, man sehe jedoch bereits jetzt gute Aussichten für einen Erhalt des Unternehmens. Der Betrieb werde vorerst an allen Standorten weitergeführt. Der Betriebsratsvorsitzende des Kfz-Betriebs sagte der Zeitung: „Wir arbeiten weiter und hoffen, dass Daimler dieses Gebiet hier nicht fallen lassen wird.“

Mercedes-Sprecherin Konstanze Fiola sagte auf Anfrage, man sei in Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter. „Die Region ist für uns ein wichtiger Standort“, so die Sprecherin. Im unmittelbaren Umfeld gebe es eine Reihe an weiteren Verkaufs- und Service-Standorten, mit denen Daimler in jedem Fall dafür Sorge trage, dass die Kunden betreut würden.

Mercedes-Schulz gibt es seit 16 Jahren. Hauptgesellschafter Hans-Hinrich Schulz hatte 1997 die kurz zuvor fusionierten Autohäuser Rennecke und Lange & Sohn gekauft und den Betrieb ein Jahr später in Schulz GmbH & Co. KG umbenannt. 1999 übernahm das Unternehmen das Scheeßeler Fahrzeughaus, 2000 die Lkw-Sparte der W. Böse GmbH. 2002 erfolgte die Umfirmierung in eine AG. 2010 wurde das Buchholzer Autohaus Hillmer gekauft. 2011 gehörte die Schulz AG nach Angaben von Daimler zu den zehn größten Mercedes-Vertretern des Herstellers.

Hans-Hinrich Schulz ist außerdem Hauptgesellschafter der Bald AG in Siegen (Mercedes, Smart). „Zwischen der Bald AG und der Schulz AG bestehen weder operative noch gesellschaftsrechtliche Verbindungen. Daher sind wir von der Insolvenz in keinster Weise betroffen“, betonte Harald Gayk, Vorstand der Bald AG, auf Nachfrage von »kfz-betrieb ONLINE«. Vielmehr habe sich das Unternehmen seit der Übernahme im Dezember 2010 sehr positiv entwickelt und sei trotz der schwierigen Marktbedingungen auch in diesem Jahr auf einem guten Weg, erklärte Gayk.

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