Mercedes-Weilbacher meldet Insolvenz an

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Andreas Wehner

Die Automobilgesellschaft Weilbacher erhält nach der Aufhebung einer Einstweiligen Verfügung ab sofort keine Mercedes-Benz-Original-Ersatzteile mehr und will daher Insolvenz anmelden.

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Die Automobilgesellschaft Weilbacher mit Sitz in Eberswalde will Insolvenz anmelden. Wie aus einer Pressemitteilung des Mercedes-Autohauses hervorgeht, sei dieser Schritt die Konsequenz aus einem lang andauernden Rechtsstreit mit der Daimler AG: Am 11. Februar hat das Landgericht Stuttgart die Einstweilige Verfügung vom 6. Dezember 2012 bezüglich einer zweiten außerordentlichen Kündigungen der Mercedes-Benz-Serviceverträge aufgehoben. Seither erhält das Autohaus keine Originalteile mehr vom Hersteller.

Von der Insolvenz wären 130 Mitarbeiter an vier Standorten betroffen. „Noch vor zwei Jahren haben wir über 400 Pkw, 230 Transporter und gut 40 Lkw verkauft. Diese Absatzzahlen sind 2012 vor dem Hintergrund der gerichtlichen Verfahren drastisch eingebrochen“, sagt Geschäftsführer Michael Weilbacher im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Hersteller nimmt Partner vom Netz

Die Daimler AG reagiert auf Nachfrage verhalten: Man äußere sich generell nicht zur geschäftlichen Situation von rechtlich eigenständigen Partnern. „Es trifft jedoch zu, dass wir die Automobilgesellschaft Weilbacher mbh am 15. Februar 2013 vom Mercedes-Benz-Servicenetz genommen haben“, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, „dass Mercedes-Benz-Originalteile in großem Umfang in Kenntnis der Automobilgesellschaft Weilbacher zu deren wirtschaftlichem Vorteil nach Russland geleitet wurden“. Der Verkauf in Staaten, die nicht zur EU gehören, ist den Handelsvertretern nicht gestattet. Geschäftsführer Michael Weilbacher sagte dazu: „Die Anschuldigungen sind falsch. Ich bin sicher, dass dieses Urteil keinen Bestand haben wird. Ich habe nie Originalteile an Händler verkauft, von denen ich wusste, dass sie diese nach Russland leiten. Im Gegenteil, ich habe über das von der Daimler AG geforderte Maß hinaus geprüft, an wen ich geliefert habe.“

Die Auseinandersetzungen zwischen der Automobilgesellschaft Weilbacher und der Daimler AG haben nach Darstellung des Händlers begonnen, nachdem sich das Unternehmen bei der Mercedes-Benz-Bank wegen falscher Zinsabrechnungen beschwert hatte. Daraufhin kündigte die Bank dem Unternehmen zum 28. Februar 2011 die Kreditlinien.

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